27.07.2016
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Flüchtlinge in Pulheim: Kleinere Unterkünfte sollen Flüchtlingsghettos vorbeugen

Die Unterkünfte, in denen 26 Asylbewerber wohnen, bleiben vorerst stehen. Die Verwaltung hat die Pläne für eine Unterkunft für 250 Flüchtlinge an ihrer Stelle zunächst zurückgestellt.

Die Unterkünfte, in denen 26 Asylbewerber wohnen, bleiben vorerst stehen. Die Verwaltung hat die Pläne für eine Unterkunft für 250 Flüchtlinge an ihrer Stelle zunächst zurückgestellt.

Foto:

Machnik

Pulheim-Sinthern -

Eine Unterkunft für Flüchtlinge nahe dem Familienzentrum Kleine Strolche wird es vorerst nicht geben. Die Stadtverwaltung hat den Prüfauftrag für einen Neubau mit rund 250 Plätzen zurückgestellt. Zunächst.

Aus verschiedenen Gründen, wie Stadtsprecher Dirk Springob auf Nachfrage sagt: Das Projekt müsse sehr intensiv vorbereitet und bearbeitet werden, die dafür „erforderlichen Ressourcen“ stünden aber nicht zur Verfügung. „Darüber hinaus setzt ein Neubau an diesem Standort voraus, dass für die derzeit dort wohnenden Menschen eine Alternative, die es zurzeit nicht gibt, gefunden werden muss.“

Noch aktuell ist ein Prüfauftrag für eine Unterkunft mit 250 Plätzen auf dem Parkplatz am Brauweiler Schützenhaus. Doch inzwischen formiert sich gegen einen Neubau an der Bernhardstraße der Widerstand: Die CDU Brauweiler, Dansweiler und Freimersdorf lehnt den Standort ab, „gemeinsam mit den Brauweiler Bürgern“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Integration erleichtern

Es sei zu befürchten, dass durch eine Wohnanlage dieser Größe am Ortsausgang ein Ghetto entstehen werde. „Wenn wir die Integration ernst nehmen und ernst meinen, dann dürfen wir Entwicklungen keinen Vorschub leisten, die die Ausgrenzung allein schon aufgrund der geografischen Lage von Wohnunterkünften begünstigen“, so die Unterzeichner Hermann Schmitz, Birgit Maroske und Michael Weyergans.

Um Alternativen erarbeiten und mehrere Standorte für kleinere Unterkünfte zu finden, die letztlich die Integration erleichterten, bitten sie die Verwaltung um Informationen. Die CDU-Mitglieder möchten wissen, welche Grundstücke in Brauweiler und welche Gebäude im Abteiort sowie in Dansweiler und Freimersdorf der Stadt gehören. Außerdem bitten sie die Verwaltung, ihnen mitzuteilen, nach welchen Kriterien sie den Standort am Schützenhaus ausgewählt hat und welche anderen Standorte sie geprüft hat.

Um die Integration der Neuankömmlinge zu erleichtern und Ghettos zu verhindern, hatte sich der Bürgerverein (BVP) im Stadtrat vor Wochen für kleinere Unterkünfte stark gemacht. Doch angesichts des Zeitdrucks und der weiteren mehr als 800 Menschen, die die Stadt bis Mai 2016 erwartet, hatten CDU, Grüne, SPD, FDP und BVP den Prüfaufträgen für die beiden Unterkünfte in Sinthern und Brauweiler zugestimmt.


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