28.09.2016
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Lions Club Pulheim: Flüchtlingsnetzwerk erhält den renommierten Abt-Wolfhelm-Preis

Mit dem Abt-Wolfhelm-Preis ehrten Zoltán von Mohos (l.) und Dr. Wolfgang Gschwendtner ( r.) vom Lions Club Pulheim die Vertreter des Flüchtlingsnetzwerkes Anke Lundborg (2.v.l.) und Angela Asar.

Mit dem Abt-Wolfhelm-Preis ehrten Zoltán von Mohos (l.) und Dr. Wolfgang Gschwendtner ( r.) vom Lions Club Pulheim die Vertreter des Flüchtlingsnetzwerkes Anke Lundborg (2.v.l.) und Angela Asar.

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Hustedt

Pulheim -

Das Thema Flüchtlinge prägte im gerade vergangenen Jahr auch die Arbeit des Lions Club in Pulheim. Und auch 2016 soll das Engagement der knapp 40 Mitglieder nicht abreißen, im Gegenteil. „Auch vor dem eigenen historischen Hintergrund sind wir in der Pflicht, alle Herausforderungen anzunehmen und die Aufgaben anzupacken, als Akt der Mitmenschlichkeit“, betonte der amtierende Präsident Dr. Wolfgang Gschwendtner am Freitagabend im Rahmen des Lions-Neujahrsempfang in der Weingalerie des Walzwerkes.

„Wir erleben alle die neue Dimension und Herausforderung des nicht endenden Flüchtlingsstroms, knapp 900 sind es derzeit alleine in Pulheim.“ Der Lions Club versuche, sich im Rahmen seiner Möglichkeiten den vielen ehrenamtlichen Helfern anzuschließen und mit Spenden und aktiver Arbeit seinen Beitrag zu leisten. Als Beispiel nannte Gschwendtner die Einrichtung des Lions-Cafés im Malteser-Haus, das die Damen des Clubs zwei Mal in der Woche organisieren. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten sei der Treff inzwischen sehr gut besucht, und die dortigen Gesprächs- und Hilfsangebote würden sehr gut angenommen. „Gerade wegen der vielen Aufgaben müsst Ihr gesund bleiben und Euch weiterhin stark engagieren“, appellierte Gschwendtner an seine Clubmitglieder.

Als besonderes Zeichen der Anerkennung und der Hoffnung auf weitere Unterstützung sollte auch der renommierte Abt-Wolfhelm-Preis des Lions Club Pulheim an eine Gruppe gehen, die sich besonders für Flüchtlinge einsetzt. „Dieses Thema hat für den Club eine hohe Priorität. Deshalb möchten wir das Pulheimer Flüchtlingsnetzwerk für seine jahrelange engagierte Arbeit auszeichnen“, erklärte der Präsident. Bereits zum zwölften Jahr würdigt der Club damit besonderes bürgerliches und gesellschaftliches Engagement, getreu dem Lions-Motto „Freiheit des Geistes und Weisheit des Handelns zum Wohlergehen der Gemeinschaft“.

Stellvertretend für die 200 engagierten Ehrenamtler des Flüchtlingsnetzwerkes nahmen Angela Asar und Anke Lundborg den mit 1500 Euro dotierten Preis entgegen. Und beide wissen auch schon, wie sie das Geld sinnvoll anlegen wollen. „Wir werden damit ein Fest für unsere Helfer ausrichten, bei dem Flüchtlinge kochen, als Dank für die vielen investierten Stunden“, sagte Angela Asar. Das Netzwerk sehe den Preis als große Ehre und Ansporn, weiter für Integration und ein gutes Zusammenleben zu arbeiten.

Mit seiner Arbeit stelle das Flüchtlingsnetzwerke ein „wesentliches Bindeglied zwischen den Neubürgern und unserer Gesellschaft her, um gegenseitiges Vertrauen, Verständnis und Wertschätzung füreinander zu fördern“, betonte der Lions-Vizepräsident Zoltán von Mohos in seiner Laudatio. Gleichzeitig stellte er die kritische Frage nach der eigentlichen Ursache für die jetzige Situation. „Warum sind so viele Menschen auf der Flucht, und müssen wir nicht eine Mitschuld durch willkürliche Grenzziehungen in Zeiten des Kolonialismus, die Unterstützung von Despoten und Regimen oder unseren Rohstoffhunger einräumen?“ Ein starker Staat und großes Engagement hilfsbereiter Bürger seien notwendig, die Situation zu bewältigen.