28.07.2016
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Wegen Anti-Islam-Kurs: Pro-NRW-Gründer gibt sich geläutert

Pro-NRW-Demo in Mülheim an der Ruhr.

Pro-NRW-Demo in Mülheim an der Ruhr.

Dormagen -

„Ich gehöre jetzt offiziell zu den Guten“, sagt Daniel Schöppe. Ende letzter Woche ist der 38-Jährige aus der Partei Pro NRW ausgetreten, hat die Fraktion im Rat Dormagen aufgelöst und ist als einer der stellvertretenden Landesvorsitzenden zurückgetreten. Mit Norbert Back hat er die neue Fraktion „Ein Herz für Dormagen“ gegründet, im Kreistag des Rhein-Kreises Neuss wird er nun als parteiloses Mitglied sitzen.

„Die Fraktion ist keine Abspaltung von Pro NRW, sondern etwas ganz Neues“, betont Daniel Schöppe. Mit vielem, was Pro NRW in den vergangenen Jahren gemacht habe, könne er sich nicht identifizieren. Vor allem die wöchentlichen Demonstrationen der Partei vor der Kölner Moschee könne er nicht nachvollziehen. „Ich respektiere religiöse Menschen, egal, welcher Religion sie angehören. Deswegen finde ich es abstoßend, dass Pro NRW Einzelne so provoziert“, sagt Schöppe. „Die Politiker sind es doch, die in der Integrationspolitik Fehler gemacht haben.“

Mit seiner neuen Fraktion will sich Schöppe, der im Vertrieb tätig ist, auf die Kommunalpolitik konzentrieren. Man wolle Politik für den „ganz normalen Bürger“ machen und stehe für Fairness und Transparenz.
Ein Programm hat die neue Fraktion noch nicht, ob sie zur Kommunalwahl 2014 antreten wird, soll sich in den kommenden Monaten entscheiden. Gerade setzt sie sich jedenfalls für die Forderung einer Bürgerinitiative zugunsten des Hallenbades in Dormagen-Nievenheim ein.

„Ob die Fraktion wirklich einen Sinneswandel durchgemacht hat, oder nur ein Wolf im Schafspelz ist, werden wir in den kommenden Monaten sehen“, erklärt Wiljo Wimmer, Fraktionsvorsitzender der Dormagener CDU-Fraktion, stellvertretend für die anderen Parteien im Rat. Man wolle offen auf „Ein Herz für Dormagen“ zu gehen. Während Pro NRW etwa nicht zu den Fraktionsvorsitzendenrunden eingeladen wurde, darf Schöppe jetzt kommen. „Aber sobald wir merken, dass die neue Fraktion zu ihrer alten ablehnenden Haltung zurückkehrt, etwa indem sie soziale Leistungen integrativen Charakters boykottieren, werden wir sie wieder ausschließen“, sagt Wimmer.

Für Daniel Schöppe, der schon mit 16 Jahren den Republikanern beitrat und seit 2007 Gründungsmitglied von Pro NRW war, wäre es jedenfalls eine deutliche Wandlung.


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