26.08.2016
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Schwimmbad in Bornheim: „Das ist rassistisch hoch drei“ – so reagiert das Netz auf das Badeverbot

Bornheim erteilt Flüchtlingen über 18 Jahren ein Badeverbot. Symbolbild

Bornheim erteilt Flüchtlingen über 18 Jahren ein Badeverbot. Symbolbild

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dpa

Bornheim -

Flüchtlinge über 18 Jahren dürfen das Schwimmbad in Bornheim nicht mehr betreten. Die Stadt hatte die Maßnahme ergriffen, weil sich immer mehr Besucherinnen und Angestellte über sexuelle Belästigungen durch Männer aus einer nahen Asylbewerberunterkunft beschwerten, sagte der Sozialdezernent der Stadt, Markus Schnapka, am Freitag. Die Männer hätten sich Frauen gegenüber in „chauvinistischer Weise“ gezeigt. Dabei habe es sich nicht um Straftaten gehandelt.

Bei Facebook stößt die Maßnahme auf viel Kritik: „Dann hätte ich gerne alle Männer draußen, die sich 'chauvinistisch' zeigen. Dazu noch die Alten, die unzüchtige Fantasien haben und bitte die, die Kinder nur beobachten, um sich daran selbst zu erfreuen“, schreibt Katja L, „dazu noch bitte die Frauen, die andere durch verletzende Kommentare beleidigen und die, die gerne fremdes Eigentum an sich nehmen ...“ Für ihren Kommentar hatte sie bereits nach zwei Stunden mehr als 200 "Gefällt mir"-Angaben.

Frage nach der Rechtmäßigkeit

Dass eine Personengruppe pauschal bestraft wird, kritisiert Berthold B.: „Völlig falsch. Dass die Täter Hausverbot bekommen ist völlig in Ordnung. Eine Strafanzeige ist auch in Ordnung. Dass aber eine ganze Minderheitengruppe ausgesperrt und unter Generalverdacht gestellt wird ist nicht in Ordnung und m.E. auch rechtlich gar nicht möglich.“

Es gibt aber auch Leser, die Verständnis für das Verbot zeigen: „Aber ich muss mich doch nicht angrabschen lassen im Schwimmbad. Das Verbot gilt ja nicht für immer. Es soll nur zum Überlegen anregen. Es wird auch wieder aufgehoben," meint Sylvia S.. Ähnlich äußert sich Nicolas G.: "Die Zustände im Schwimmbad waren trotz verstärkter Security nicht mehr tragbar."

Folgen für das Schwimmbad

Die Maßnahme wird vielleicht nicht ganz ohne Folgen für das Schwimmbad bleiben. In so ein Schwimmbad würde sie schon mal nicht mehr gehen, erklärt Christina D. auf unserer Facebook-Seite, "indem alle Menschen über einen Kamm geschert werden. Das ist rassistisch hoch drei."

Die Rechtmäßigkeit der Maßnahme wird auch von Thorsten K. angezweifelt: "Glaubt aber hier jemand, dass ein pauschales Verbot eines Schwimmbadbesuchs für eine einzelne Bevölkerungsgruppe vor irgendeinem Gericht Bestand hätte? Diese Entscheidung der Stadt Bornheim verstößt, bei allem Verständnis für die Handlungsweise der Betroffenen, gegen geltendes Recht." (mit dpa)