27.09.2016
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Altkleider-Sammlung: DRK zeigt der RSAG die kalte Schulter

Der erste Altkleidersack verschwindet im neuen Sammelcontainer.

Der erste Altkleidersack verschwindet im neuen Sammelcontainer.

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Stefan Villinger

Neunkirchen-Seelscheid -

Ein neuer, knallroter Altkleider-Container steht an der Hohner Straße am Aquarena-Bad. Die Signalfarbe passt perfekt zum Emblem des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), das darauf prangt. Das DRK startet hier sein neues Sammelkonzept und zeigt damit der Rhein-Sieg-Abfallgesellschaft (RSAG) die kalte Schulter.

Die RSAG hatte im vorigen Jahr ihre Pläne zur Altkleiderverwertung vorgestellt: Zusammen mit gemeinnützigen und karitativen Organisationen will sie künftig ebenfalls gebrauchte Kleidung in Containern sammeln. Die Erlöse aus dem Verkauf sollen den Organisationen in der Höhe zukommen, die sie bislang aus der Altkleiderverwertung erwirtschaftet haben. Die Arbeiterwohlfahrt (Awo) macht bei dem Projekt voll und ganz mit.

Das DRK geht dagegen seinen eigenen Weg. "Wir überlassen es unseren Ortsverbänden, ob sie weiter selbst sammeln oder sich am RSAG-Projekt beteiligen", so Klaus Pipke, Hennefer Bürgermeister und gleichzeitig DRK-Kreisvorsitzender. Gebrauchte Kleidung zu sammeln sei ein Kerngeschäft des Roten Kreuzes und die Einnahmen daraus würden dringend für die Arbeit im Rhein-Sieg-Kreis gebraucht. In Neunkirchen-Seelscheid wurde der erste neue knallrote Container des DRK aufgestellt. Damit soll den Spendern klar gezeigt werden, wem sie ihre Kleiderspende geben. Denn es ist nicht auszuschließen, dass in Zukunft auch ein RSAG-Container direkt daneben platziert wird.

In Alfter ist das Projekt der RSAG mittlerweile gestartet. Dort macht das Unternehmen mit dem DRK-Ortsverein und der Awo gemeinsam Sache, die Kommune bekommt eine Standgebühr für die Sammelcontainer. "Sie beträgt fünf Euro im Monat pro Stellplatz", so RSAG-Pressesprecher Joachim Schölzel.

Neunkirchen-Seelscheid werde für die DRK-Container ebenfalls eine Standgebühr erheben, erläutert Beigeordneter Hansjörg Haas. Die Höhe sei allerdings noch nicht endgültig beschlossen. Sie werde "im Rahmen" liegen, denn es gehe um etwas, das der Gemeinschaft nütze. Hier und in Much sollen bald insgesamt 16 der roten DRK-Sammelcontainer stehen.

Martin Schröder ist Vorsitzender des DRK-Ortsvereines Neunkirchen-Seelscheid/Much und Mitglied im DRK-Kreisvorstand, dort für die Altkleidersammlung zuständig. "Wir haben jetzt ein neues Konzept, das ist wichtig", sagt er. Durch zum Teil illegal aufgestellte Behälter kommerzieller Anbieter sei in den letzten Jahren ein Wildwuchs an ungepflegten Plätzen entstanden, die teils zum öffentlichen Ärgernis geworden seien. "Unsere Container sind nun klar zu erkennen. Die Stellplätze werden regelmäßig geprüft und gereinigt."

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die weitere Verwertung. Ein Aufkleber auf den DRK-Containern gibt darüber Auskunft, zusätzlich kann im Internet verfolgt werden, wie die Spende weiterverarbeitet wird. "Im Rhein-Sieg-Kreis werden die Kleider an zertifizierte Partnerunternehmen verkauft. Das eingenommene Geld kommt unserer Arbeit vor Ort zugute", erklärt Schröder. 70 Tonnen pro Jahr werden in seinem Ortsverband gesammelt. "Wer Kleider spenden will, damit sie im Kreis direkt an Bedürftige gehen, der kann sich an die Kleiderkammern verschiedener Organisationen wenden", so Schröder. "Auch sie leisten wichtige Arbeit vor Ort."

www.drk-rhein-sieg.de/kleidersammlung