27.09.2016
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Blitzmarathon: „Die Geschwindigkeit muss runter“

Blitzmarathon im Rhein-Sieg-Kreis

Blitzmarathon im Rhein-Sieg-Kreis

Foto:

Stephan Propach

Rhein-Sieg-Kreis -

Radfahrerinnen und Radfahrer hatte die Polizei bei ihrem vierten 24-Stunden-Blitz-Marathon ganz besonders im Auge. Nicht, dass unter den Zweiradfahrern ausgesprochen viele Raser zu finden wären. Es ging vielmehr um Autofahrer, die mit ihrem Bleifuß die Radler gefährden. „Die Geschwindigkeit muss runter“, fasste Kreisdirektorin Annerose Heinze als stellvertretende Polizeichefin des Kreises zusammen.

Dass die Zahl der Unfälle mit Radfahrern in den vergangenen zehn Jahren um 24 Prozent zurückgegangen sei, berichtete Hans-Peter Sperber, Direktionsleiter Verkehr bei der Kreispolizei. Das sei schon ein Erfolg, zumal der Rhein-Sieg-Kreis trotz steigender Radfahrerzahlen besser dastehe als der Landesdurchschnitt. Allerdings stagnierten die Zahlen. Daher setze der Kreis weiter auf Geschwindigkeitskontrollen, Verwarnung von Falschparkern, die Radwege und Schutzstreifen blockieren und auf die Kontrolle der Radfahrer selbst.

Denn nach wie vor trügen Radler selbst auch zu Unfällen bei. Fahren auf der falschen Straßenseite, fehlendes Licht, telefonieren während der Fahrt, fehlender Helm und freihändiges Fahren seien die gängigen Risiken, die eingegangen würden. Außerdem würden Fußgängerzonen und Gehwege befahren. Das alles gelte es – nicht nur an der Aktionstagen – mit Verwarnungen zu ahnden. Die gab’s denn am Dienstag für 70 von 762 Autofahrern, sie waren zu schnell unterwegs gewesen. An der Rheinstraße in Troisdorf-Eschmar beispielsweise löste die hochmoderne ESO-Messung von Wolfgang Heisig und Jürgen Deurer fünfmal Kamera und Blitz aus. An der Stelle, an der zunächst ein Radweg und dann eine Bahnlinie die Landstraße 332 kreuzen, sind 50 Kilometer pro Stunde erlaubt. Der schnellste Geschwindigkeitssünder fuhr gerade einmal 65.

Mit dem ESO-Messgerät können Heisig, Deurer und ihre Kollegen auf vielfache Weise messen. Drei Lichtsensoren greifen die Geschwindigkeit des Autos ab, zwei weitere erfassen den Abstand des Autos zum Gerät. Da könne sich niemand rausreden, ein Autofahrer auf der Überholspur sei der Übeltäter gewesen, erklärt Heisig. Mit bis zu drei Kameras, zum Teil über WLAN an das System in einem unauffälligen Transporter angeschlossen, können die Raser außerdem fotografiert werden. Insbesondere Motorradfahrer werden von vorn und hinten gleichzeitig abgelichtet.

Die Erfahrung fehlt

Auf Training setzt die Polizei in Zusammenarbeit mit den 64 Grundschulen im Kreis. In Troisdorf schauten die Bezirksbeamten sogar regelmäßig mal rein, lobt Karin Hurnick, Leiterin der Roncalli-Grundschule.

Jeweils im Frühjahr werden die Viertklässler geschult. Sie sollen möglichst allein mit dem Rad zur weiterführenden Schule radeln können. Fahren mit Abbiegen und Einhalten der Vorfahrtsregeln sei selten ein Problem, berichtet Norbert Schelenz, Verkehrssicherheitsberater der Polizei in Troisdorf. Die Kinder könnten aber sehr schwer andere Verkehrsteilnehmer einschätzen. Dazu fehle ihnen die Erfahrung. Und auch nach der obligatorischen Prüfung hätten viele noch Probleme. Positiv fielen da die Kinder auf, die am Wochenende mit ihren Eltern radeln würden.


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