28.05.2016
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DRK, THW und Malteser: Merkel würdigt Einsatzkräfte in Bonn

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REUTERS

Bonn -

Zwischen Besuchen in der lettischen Hauptstadt Riga und der ukrainischen Hauptstadt Kiew am kommenden Wochenende hatte die Bundeskanzlerin – gemeinsam mit Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (beide CDU) - am Dienstag noch einen Termin in Bonn zu absolvieren. Auch in der früheren deutschen Hauptstadt ging es in gewisser Weise um Krisenbewältigung beziehungsweise die Hilfe bei Katastrophen: Angela Merkel ließ sich von den Behörden des Bevölkerungsschutzes über den Einsatz von Hilfsorganisationen informieren.

Was angesichts politischer Großbaustellen vielleicht als Vereinsmeierei belächelt wird, lobte die CDU-Chefin als tragende Säule des Katastrophenschutzes und als „große Stärke der Bundesrepublik“: das ehrenamtliche Engagement. Die Bundeskanzlerin erinnerte neben der Hilfe im Ausland an den Einsatz der Helfer bei den Überschwemmungen in Ostdeutschland 2013: „Diese unglaubliche Hilfsbereitschaft ist alles andere als selbstverständlich“.

Wobei einige der Helfer, die dem hohen Besuch und anderen Gästen Einsatzfelder und Gerätschaften erläuterten, auf bewundernswerte Weise das Gegenteil demonstrierten. Ingeborg Schmidt vom DRK, die auch ihre drei Kinder und sogar schon Enkel beim DRK „untergebracht hat“, beschreibt ihr Engagement im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ als eine Mischung aus Wunsch zu helfen sowie dem Drang, etwas gemeinsam zu leisten. „Man muss ehrenamtlich etwas tun, die Gesellschaft braucht das ganz dringend. Und ich muss es vorleben“, sagt die Krankenschwester, die seit Mai 1986 beim DRK ist.

Bei aller Begeisterung aber auch leise Kritik: DLRG-Mitglied Sanya Zimmer ist allein an drei von fünf Wochenenden im Mai im Einsatz gewesen sei – sie war zur Sicherung an einem Badesee eingeteilt. Natürlich würde man im Katastrophenfall vom Arbeitgeber freigestellt. „Ansonsten aber alles auf eigene Zeit und eigene Kosten“, sagt sie. „Die Einsatzkleidung ist eigenfinanziert, insgesamt 1250 habe ich dafür bislang ausgegeben“. Aber trotzdem: Man tut etwas Sinnvolles, man sieht den Erfolg, jeder bekommt eine Aufgabe in einem Team.

Wobei - und darauf wies auch die Bundeskanzlerin hin, bei der Vielzahl der Hilfsdienste und Organisationen gerade das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamtlern ein „Markenzeichen unserer Gesellschaft“ sei. „Sie alle leisten Großartiges“, so die Kanzlerin.