30.07.2016
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Gericht: Salafist muss Geldstrafe zahlen

Eine Batman-Spielfigur hatte das Opfer beleidigt, doch hatte dies ein Salafist auf seine Frau bezogen und die Gehbehinderte Frau verprügelt.

Eine Batman-Spielfigur hatte das Opfer beleidigt, doch hatte dies ein Salafist auf seine Frau bezogen und die Gehbehinderte Frau verprügelt.

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dpa

Bonn -

Eine Äußerung über ein „Batman“-Spielzeug in einem Supermarkt in Tannenbusch hatte für eine gehbehinderte 41-Jährige schmerzhafte Folgen: Weil ein 24 Jahre alter Mann, der zum Islam konvertiert ist, ihren Spruch gehört und auf seine voll verschleierte Frau bezogen hatte, war dieser ausgerastet. Bei dem Vorfall am 26. September dieses Jahres hatte der arbeitslose Bonner dem Opfer, das mit einem Rollator unterwegs war, zunächst eine so heftige Ohrfeige verpasst, dass es gestürzt war. Neben einer Halsverletzung hatte die 41-Jährige mehrere Prellungen davongetragen.
Dann hatte der Salafist, der sich jetzt vor dem Amtsgericht verantworten musste, die Frau auf übelste Art und Weise beleidigt und betont, dass es ihm vollkommen egal sei, dass sie behindert sei. Er würde sie auch schlagen, wenn sie im Rollstuhl säße. Zudem hatte er damit gedroht, die 41-Jährige „aufzuschlitzen“.

Batman-Spielzeug

Vor dem Strafrichter hatte die gestürzte Frau geschildert, wie sie damals mit ihrer Tochter aus der Spielzeugabteilung gekommen war und die Jugendliche gefragt hatte: „Hast du den Scheiß von Batman gesehen?“. Als der Angeklagte auf sie zugekommen sei, habe sie sofort klar gestellt, dass sie das Spielzeug und nicht die verschleierte Frau des Konvertiten gemeint habe.
Für die Tat wurde der bislang nicht vorbestrafte 24-Jährige, der sich jetzt bei der Mutter und ihrer Tochter entschuldigt hatte, nun wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Bedrohung verurteilt. In dem Prozess ging es allerdings auch um einen zweiten Vorfall, bei dem sich der Angeklagte eines Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz schuldig gemacht hatte.

Bei der Demonstration von Muslimen vor der König-Fahd-Akademie in Bad Godesberg gegen eine Kundgebung der rechten Partei Pro NRW am 5. Mai dieses Jahres war der Angeklagte kontrolliert worden. Dabei hatten die Beamten eine Schleuder und 107 etwa erbsengroße Stahlkugeln entdeckt und sichergestellt.

Bei besagter Demonstration hatte ein 26 Jahre alter Salafist mehrere Polizisten mit einem Messer angegriffen und zwei Beamte an den Oberschenkeln schwer verletzt. Im Oktober war der aus Hessen stammende Salafist vom Landgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Keine Reue

Ähnlich wie der Messerstecher zeigte auch der Bonner keine Reue für sein Verhalten auf der Demonstration. Er hatte angegeben, dass er mit den Stahlkugeln nicht auf die Polizisten sondern auf die Teilnehmer der Kundgebung habe schießen wollen. Er muss nun für beide Taten eine Geldstrafe in Höhe von 1200 Euro (120 Tagessätze à 10 Euro) zahlen.