27.07.2016
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Sprengstoff übersehen: Panne bei Salafisten-Ermittlung

Markus Beisicht, Pro NRW

Der Chef der rechtsextremen Partei Pro NRW reagierte geschockt auf Nachricht, dass Salafisten ihn ermorden wollten.

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Getty Images

Bonn -

Bei den Ermittlungen gegen die vier in Nordrhein-Westfalen festgenommenen Salafisten hat es dem „Spiegel“ zufolge eine Fahndungspanne gegeben. Als Polizisten die Wohnung eines der Verdächtigen in Bonn durchsuchten, hätten sie eine explosive Substanz im Kühlschrank übersehen, berichtet das Nachrichtenmagazin.

Freundin sollte gewarnt werden

Auf den sprengfähigen Stoff seien die Ermittler erst aufmerksam geworden, als sich der Mann im Gefängnis einer Sozialarbeiterin anvertraut habe. Diese soll er gebeten haben, seine Freundin vor dem gefährlichen Gemisch zu warnen.

Bombenentschärfer fanden die Substanz daraufhin laut „Spiegel“ in der Wohnung und zündeten sie kontrolliert in einer nahe gelegenen Grünanlage, ohne vorher eine Probe zu nehmen. Mit Bodenproben wollten Experten nun Rückschlüsse auf die Chemikalie ziehen.

In der Wohnung des Verdächtigen hatten die Ermittler schon am Tag der Festnahmen Ammoniumnitrat entdeckt. Eine ähnliche Chemikalie hatte die Polizei auch in der Tasche gefunden, mit der im Dezember 2012 ein Bombenanschlag auf den Bonner Hauptbahnhof versucht worden war. Ob es eine Verbindungen der beiden Taten gibt, ist noch unklar.

Die vier Salafisten waren vor knapp zwei Wochen im Zusammenhang mit einem mutmaßlichen Anschlag auf den Chef der rechtsextremen Partei Pro NRW festgenommen worden. Sie sitzen in Untersuchungshaft. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Sie äußerte sich am Sonntag nicht zu dem Spiegel“-Bericht. (dpa)