25.09.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt
Kölner Stadt-Anzeiger | Eipbachbrücke: 60 Tonnen schweben heran
27. September 2012
http://www.ksta.de/4153902
©

Eipbachbrücke: 60 Tonnen schweben heran

Ein Schwertransporter hatte die riesigen Bauteile in der Nacht an sein Ziel gebracht.

Ein Schwertransporter hatte die riesigen Bauteile in der Nacht an sein Ziel gebracht.

Foto:

Stephan Propach

Eitorf -

Wer aus dem Ortskern zur Sieg gehen möchte, muss nicht mehr über den Eipbach springen. Seit gestern gibt es auf der direkten Verbindung zwischen Bahnunterführung am Bahnhof und Siegtal-Gymnasium die lange ersehnte Brücke. Die beiden Granitblöcke von immerhin jeweils fast 30 Tonnen sind Teil des Regionale-Projektes „Sprung an die Sieg“, in dessen Verlauf drei Hektar Brachland südlich der Bahn umgestaltet werden.

Für Robert Winklmeier und seine Kollegen Robert Günthner und Rolf Bemmelen ging es gestern morgen kurz nach acht um Millimeter. Schon am Dienstag hatten sie die Fundamente begutachtet und die Haltevorrichtungen für die Widerlager montiert, auf denen die beiden Granitbohlen aus der Bayerischen Pfalz ruhen sollten. Am Vorabend waren die Schwertransporter aus Bayern angekommen, zehn Stunden früher als erwartet, weil es am Ende doch noch eine Genehmigung für die Tagfahrt gegeben hatte.
Mit einem Seil dirigierte Robert Günthner die am Haken hängende Granit-Bohle in die richtige Richtung, ging dabei ein letztes Mal über einen provisorischen Steg, und schob mit seinen Kollegen die 30-Tonnen-Steinplatte sanft in Position. Aus der Ruhe bringen ließen sich die drei routinierten Bayern auch nicht, als die zweite Granitbohle zweimal um etwa zehn Zentimeter aus der Position rutschte.

#gallery
Das Unternehmen aus Aicha vorm Wald stellt die Brücken seit 2007 nach einem zertifizierten Verfahren her. Granitblöcke werden aneinandergereiht, durchbohrt und mit Stahlseilen ähnlich den Elementen einer Spannbetonbrücke miteinander verbunden. Die entstehende Spannung im Brückenelement hebe statisch deren Gewicht auf, erklärte Eitorfs beigeordneter Karlheinz Sterzenbach am Rande der Baustelle: „Statisch betrachtet ist die Brücke damit schwerelos“.
Für den gegenüber dem Beton etwa 15 Prozent teureren Granit hatten sich die Eitorfer entschieden, weil der Stein anders als Beton wartungsfrei und damit über die Jahre preiswerter sei. Außerdem sehe der Granit in den neu gestalteten Umfeld zwischen Ortskern und Sieg besser aus.

#article
Die Bauarbeiter haben für den ersten Bauabschnitt zwischen Bahnhof und Sieg nun noch knapp 20 Tage Zeit. Am 20. Oktober nämlich soll in Eitorf ein großes Regionalefest gefeiert werden, bei dem auch die Eipbachbrücke offiziell eröffnet wird.
Nachdem sie die Brückenteile gestern Morgen zunächst einmal zentimetergenau platziert hatten, justierten die bayerischen Fachleute die Granitplatten noch millimetergenau nach. Bis zum Abend waren die mit Spezialmörtel in Edelstahlrahmen gegossenen Widerlager getrocknet, so dass die Brücke in die endgültige Lage abgesenkt werden konnte.

Heute wird das Geländer an der Brücke montiert. Dann sollen noch die Anschlüsse nördlich und südlich des Eipbaches gepflastert und geteert werden. Auch die Telekom, die für die Deutsche Bahn ein Kabel über den Bach verlegen soll, hat den Termin bestätigt.

Die Brücke besteht aus massivem Granit: Mittels Spannstählen sollen dann die 14 Meter überbrückt werden.

Am Freitag soll dann das Geländer montiert werden. Die Baukosten betragen laut Angaben der Gemeinde Eitorf rund 215.000 Euro. (ksta)