26.08.2016
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Unterwassereinsatz in Windeck: Taucher reparierten Turbinen in der Sieg bei Schladern

Der Taucher war mit einem Telefonkabel und einer Wechselsprechanlage mit seinem Kollegen am Ufer verbunden.

Der Taucher war mit einem Telefonkabel und einer Wechselsprechanlage mit seinem Kollegen am Ufer verbunden.

Foto:

H. Röhrig

Windeck -

Mitarbeiter einer Kölner Fachfirma haben die Turbinen in der Sieg bei Schladern unter Wasser repariert. Sie tauchten dabei mehr als drei Meter tief. Dort unten barg ein Taucher einen 150 Kilogramm schweren Rechen vom Flussboden am Einlauf zu den Turbinen, der vermutlich vom Hochwasser abgerissen worden war.

Anschließend wurde das Teil unter Wasser wieder angeschweißt, damit es sich bei der nächsten Hochwasserwelle nicht erneut selbsständig macht. Der Taucher war bei seinen Arbeiten nicht nur über eine „Nabelschnur“, ein Luftkabel mit einer fest installierten 20 000-Liter-Luftanlage, verbunden, sondern auch mit einem Telefonkabel und einer Wechselsprechanlage zu seinen Kollegen am Ufer. Weil die Unterwasserarbeiten nicht einfach waren, wurde der Mann aus Sicherheitsgründen zusätzlich mit einer 2000-Liter Reserve-Luftflasche ausgerüstet. Zur Sicherung gehörte es auch, dass ein Reservetaucher zu dem Zwei-Mann-Team am Ufer gehörte, der seinem Kollegen im Notfall zu Hilfe kommen konnte.

Bei derartigen Einsätzen könnte es nämlich durchaus passieren, dass der Taucher oder Teile seiner Ausrüstung sich in der Anlage verhaken oder der Mann gar eingeklemmt wird. Zwar waren die Maschinen abgeschaltet und der Einlauf abgeschottet. Die Strömungsverhältnisse des Flusses wirkten sich bei den Tauchgängen aber trotzdem erschwerend aus.

Dennoch gibt es für solche Einsätze keine Gefahren-, sondern eben nur eine Erschwerniszulage, berichtete Einsatzleiter Axel Papendick von der Kölner Fachfirma Moissl Bau-Taucher GmbH. Das Unternehmen hat seit Jahrzehnten Erfahrungen in Unterwassereinsätzen bei Bauwerksanierungen, Beton- und Schweißarbeiten sowie Fotosicherungen.

Seine Mitarbeiter waren auch beim Bau der Kölner U-Bahn im Einsatz. Gefährlich wird es laut Papendick vor allem, wenn die Einsätze zur Routine zu werden drohen. Deshalb werden die Situationen stets als neu eingeschätzt, und jeder Handgriff muss sitzen.

Im Sommer wird am Schladerner Turbineneinlauf vermutlich ein weiterer Taucheinsatz notwendig, bei dem die gesamte Anlage saniert werden soll. Die Schladerner Turbinen gehören einem Geschäftsmann aus Kirchheim. Sie erzeugen zwischen 100 000 und 450 000 Kilowattstunden im Monat, die in einer Umspannanlage auf der anderen Siegseite ins Netz eingespeist werden. Turbinenchef Paul Kolb sorgt dafür, dass die Anlage reibungsfrei funktioniert.