24.08.2016
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Entwicklungshilfe: Viel Hilfe für das neue Waisenhaus

Auch die Einheimischen kümmern sich um das Waisenhaus La Bonté. Sie bringen etwa Lebensmittel.

Auch die Einheimischen kümmern sich um das Waisenhaus La Bonté. Sie bringen etwa Lebensmittel.

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Ralf Rohrmoser von Glasow

Hennef -

Sie haben es wieder getan. Dagmar und Hans Jagsch sind, wie eigentlich in jedem Jahr, in die Demokratische Republik Kongo geflogen, um die vom Missionskreis der katholischen Kirchengemeinde Liebfrauen Warth geförderten Projekte zu besuchen. Schon 1996 war – gemeinsam mit einer Liebfrauengemeinde in Singen am Bodensee – der Grundstein für eine Buschklinik gelegt worden. Zahlreiche weitere Einrichtungen sind seither dazu gekommen, in diesem Jahr etwa das Waisenhaus La Bonté. Nur zwei Jahre hat es von den ersten Überlegungen bis zur feierlichen Einweihung gedauert.

Das war notwendig geworden, weil die bisherige Einrichtung hoffnungslos überbelegt war. Drei Kleinkinder mussten sich ein Bett teilen, bis zu 40 Kinder waren in einem Schlafsaal untergebracht. Die Säuglingssterblichkeit ist nach wie vor hoch im drittgrößten Land Afrikas, viele Mütter sterben bei der Geburt und hinterlassen Waisen. Der kongolesische Orden „Notre Dame de Grace“ kümmert sich um sie, unterstützt von den engagierten und ökumenisch ausgerichteten Christen aus Deutschland. „Wir haben einen Traum“, hat sich Dagmar Jagsch zu Anfang gesagt. Und der ließ sich, nach viel Arbeit und Spenden-Akquise, plötzlich schnell erfüllen.

Ein Stammeshäuptling hörte von den schwierigen Zuständen und überließ den Schwestern ein fünf Hektar großes Grundstück zu einem geringen Preis. Beim Bau der Fundamente im vergangenen Jahr war Hans Jagsch dabei und zerschlug mit einem Hammer Felsbrocken, um Steine dafür zu schaffen. Ziegelsteine wurden gebrannt, die Mauern hoch gezogen. Inzwischen ist das Gebäude fertig und die Kinder sind umgezogen. Zahlreiche Patenschaften verbinden den Kongo und Deutschland, zwei Grundschulen beteiligen sich an Partnerschaftsprojekten.

Das Waisenhaus wird noch von Hennef am Leben erhalten. Doch das Ziel ist ein anderes: Hilfe zur Selbsthilfe ist die Maxime der Jagschens ebenso wie des Missionskreises. „Sie sollen auf eigenen Beinen stehen“, wünscht sich Dagmar Jagsch, die trotz schlimmer Schicksale nie den Blick für das Ganze verliert. Die Bevölkerung hilft mit und bringt Grundnahrungsmittel zum Waisenhaus. Kirchengemeinden spenden ihre Kollekten, seien sie auch noch so gering. Und die Schwestern bebauen mit den älteren Kindern das Land, immerhin rund 50 000 Quadratmeter, um einen Schritt zur Selbstversorgung zu schaffen. Gleichwohl sind die Besuche aus Deutschland wichtig, vor allem um Wertschätzung zu zeigen. Und eines erklären Dagmar wie Hans Jagsch stets aufs Neue: „Wir nehmen viel mit nach Hause.“