28.09.2016
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Orientalischer Tanz: Flackernde Flammen

Der Kopfputz und die Kerzen stammen aus einer Hochzeitstradition. Die Frauen zeigten klassischen und modernen Orienttanz.

Der Kopfputz und die Kerzen stammen aus einer Hochzeitstradition. Die Frauen zeigten klassischen und modernen Orienttanz.

Foto:

Ulrich Knüttgen

Hennef -

Moderner Bauchtanz ist mehr als nur ein bisschen mit der Hüfte wackeln. Wie viel mehr, zeigten die Frauen und Mädchen der orientalischen Tanzschule „Bahija“ mit ihrer Show im Hotel Landsknecht. Die Zuschauer sahen ein farbenfrohes Spektakel mit sämtlichen Facetten der traditionellen orientalischen Tanzkultur, aber auch ganz neuen Stilen.
Kunstvoll waren die Kostüme der Tänzerinnen, manche leicht und aus Seide, andere schwer und elegant aus Samt. Die Frauen ließen Tücher fliegen und bunte Röcke, teils zu klassisch-arabischen Klängen, aber auch zu ganz anderen Rhythmen wie etwa Jazz oder Balkanmusik.

„Fusion“ nennt man diese Bauchtanz-Formen. Traditionelles mischt sich hier mit moderneren Stilen und mit Elementen aus anderen Tanzkulturen, wie beim „Hungarian Dance“ oder bei dem eindrucksvollen Beitrag, dem Stück „Shamadan“, das „Arsinoé“ zeigte, eine der Tanzgruppen der Schule. In langen, feierlich weißen Gewändern schritten die Damen zur Bühne. Auf den Köpfen balancierten sie Messing-Ständer mit brennenden Kerzen. „Die Kerzen haben ihren Ursprung in einem arabischen Hochzeitsbrauch. Das haben wir mit klassischer Musik zusammengebracht“, erklärte Beate Booch-Felder, die Leiterin der Schule. In vier Stufen üben die Frauen dort von Anfängerinnen bis zur höchste Klasse, dem Auftrittsensemble, dessen Tänzerinnen amtierende deutsche Meisterinnen im Orienttanz sind.

Julia Hein und Rabea Schmahl hatten sich ihren Tanz selbst ausgedacht. Die beiden 15-Jährigen haben für ihr Alter schon eine Menge Routine. In ihrer Altersklasse haben sie es bei den deutschen Meisterschaften auf den zweiten Platz geschafft. Für den Tanz, den sie dort aufführten, haben sie im vergangenen Jahr die ganzen Sommerferien geübt. Normalerweise trainieren sie einmal pro Woche. Bei der Choreographie für ihren Auftritt hat ihnen ihre Lehrerin Booch-Felder geholfen.

„Dazu sucht man erstmal eine Musik aus, dann überlegt man sich eine Geschichte, die der Tanz erzählen soll“, erzählte Julia. Bei der Show im Landsknecht war es die Geschichte von zwei Mädchen, die sich zuerst gar nicht verstehen, sich dann aber vertragen und Freundinnen werden.