24.05.2016
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Vier lebensgefährlich Verletzte: Ausflug mit Kutsche endet tragisch

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Lorber

Hennef -

Es sollte ein fröhlicher Betriebsausflug werden, der jedoch jäh endete. Eine Pferdekutsche, mit der am Samstagnachmittag sieben Frauen unterwegs waren, stürzte um. Insassen sprangen ab, wurden herausgeschleudert oder im Wrack eingeklemmt. Acht Verletzte, darunter zwei Schwangere, forderte das Unglück letztlich, vier von ihnen erlitten zum Teil lebensgefährliche Verletzungen.

Der Reihe nach. Nach derzeitigen Ermittlungen war der Zweispänner am Samstagnachmittag von Uckerath her auf der Straße Am Heidgeshof unterwegs.  An Bord die sechsköpfige Belegschaft  einer physio-therapeutischen Praxis im Alter zwischen 28 und 49 Jahren und die 51-jährige Kutscherin.

Kurz vor 15 Uhr, knapp eineinhalb Kilometer unterhalb von Uckerath scheuen die beiden Pferde bei der Bergabfahrt aus ungeklärter Ursache plötzlich, gehen durch. Die Kutsche wird auf dem asphaltierten Waldweg immer schneller, die Fahrerin kann die Tiere offenbar nicht mehr bändigen. In einer Linkskurve kommt das Gefährt schließlich vom Weg ab, fährt, wie tiefe Reifen- und Hufspuren im Gras zeigten, viele Meter in der Wiese, kippt um, überschlägt sich und bleibt mit eingedrücktem Aufbau auf dem Dach liegen. Dabei werden zwei Mitfahrerinnen eingeklemmt, darunter eine schwangere Frau. Eine Hochschwangere wird von der Kutsche geschleudert, verletzt sich dabei schwer.

Während des Geschehens kommen der rasenden Kutsche zwei Reiterinnen  entgegen, deren Pferde sind irritiert und scheuen, werfen die Frauen ab. Eine der beiden erleidet einen Schock. Die Leitstelle gibt aufgrund der Einsatzlage das Einsatzstichwort „MANV 1“ (Massenanfall von Verletzten) aus.   In einer groß angelegten Rettungsaktion eilen zwei Notärzte und sechs Rettungswagen an den Unfallort, mit drei Rettungshubschraubern komme ein weiteres Notarzt-Trio. Aus Hennef und Uckerath rücken die Löschzüge mit mehreren Fahrzeugen und 23 Wehrleuten an.

Mehr als 40 Retter kümmern sich um die Verletzten, noch auf der Wiese werden sie versorgt. Zwei der vier Schwerverletzten kommen mit dem Hubschrauber in Krankenhäuser, die anderen sechs Verunglückten werden mit den RTW´s abtransportiert. Die beiden Kutsch-Pferde befreiten sich anscheinend aus dem Geschirr und suchten das Weite. Sie konnten später in Sommershof von Anwohnern eingefangen werden.

Die Polizei beschlagnahmte die Kutsche und hat die Ermittlungen aufgenommen. Laut Polizeibericht zeigte ein bei der Kutscherin im Krankenhaus durchgeführter Alkoholtest , dass auch sie geringe Mengen Alkohol zu sich genommen hatte. Die Entnahme einer Blutprobe wurde angeordnet.