25.08.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Hochwasser: Nicht mehr als eine Straßensperre

Teilweise starke Überflutungen gibt es an den Weihnachtsfeiertagen im Rhein-Sieg-Kreis an Agger, Sieg und Bröl.

Teilweise starke Überflutungen gibt es an den Weihnachtsfeiertagen im Rhein-Sieg-Kreis an Agger, Sieg und Bröl.

Foto:

Ralf Rohrmoser-von Glasow

Eitorf/Hennef -

Zum Problem wird die fehlende Rufbereitschaft der Straßenmeistereien bei größeren Schadenslagen an Wochenenden und Feiertagen. Bei den jüngsten Hochwassereinsätzen hätte der Eitorfer Feuerwehrchef Jürgen Bensberg Unterstützung bei Absperrungen benötigt. "Ich kann eine Straße mit Schildern dicht machen, für mehr fehlt mir das Material", sagte er. Dabei hatte er mit seinen Einsatzkräften an mehreren Stellen gleichzeitig zu tun. Anrufe führten über Polizei und Ordnungsamt wieder zur Feuerwehr.

Tatsächlich führt ein Telefonat mit der Straßenmeisterei außerhalb der Dienstzeiten meist ins Leere. Dort wird auf die Polizeiwache in Eitorf verwiesen, die eine Nummer weitergibt. Es meldet sich nur niemand unter diesem Anschluss.

Erst die Feuer- und Rettungsleitstelle konnte einen Kontakt zur Autobahnmeisterei herstellen, die zwar sofort einsprang. Da waren aber schon fünf bis sechs Stunden ins Land gezogen. Nicht viel anders die Situation beim Bauhof: Eine Rufbereitschaft kann sich eine klamme Kommune wie Eitorf nicht leisten. Doch das Füllen von Sandsäcken zur Abwehr des Hochwassers schafften die Wehrleute nicht mehr allein. Bürgermeister Rüdiger Storch telefonierte mit den Mitarbeitern, die später das Schaufeln übernahmen und auch am Heiligabend einsatzbereit gewesen wären.

Dazu kam es allerdings zum Glück nicht mehr. In Hennef waren Straßensperrungen wegen der steigenden Pegel an Bröl und Sieg ebenfalls nötig. Auch das dortige Ordnungsamt erreichte in der Nacht bei der Straßenmeisterei niemand, eine falsche Telefonnummer war Schuld. Am Heiligabend aber erfuhr Wehrleiter Heinz-Peter Krämer nach seinen Worten "vorbildliche" Unterstützung aus Eitorf. Nicht nur die von ihm geforderten Schilder waren aufgestellt, sondern eine weitere Gefahrenstelle markiert. Der Kontakt war aber nicht über die offiziellen Kanäle zustande gekommen, sondern durch persönliche Absprache. Handlungsbedarf bleibt also.

Der Landesbetrieb war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.