29.09.2016
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Verbrechen: Vater warf Kinder aus dem Fenster –Geschwister dürfen Klinik verlassen

Lohmar -

Drei Wochen nach der unfassbaren Tat in einer Lohmarer Flüchtlingsunterkunft gibt es beruhigende Nachrichten. Die Geschwister, die von ihrem Vater aus Fenstern im ersten Stock geworfen wurden, können bald das Krankenhaus verlassen. Das sagte Erster Beigeordneter Peter Madel, nachdem er mit der Mutter gesprochen hatte.

Am 1. Februar hatte der Vater, ein 35-jähriger Syrer, seine drei Kinder nachmittags aus dem Fenster der wegen eines früheren Restaurants auch „China-Haus“ genannten Unterkunft an der Hauptstraße in Lohmar-Ort geworfen. Die Tat hatte er in späteren Verhören nach Auskunft der Polizei eingestanden.

Ein einjähriger Junge blieb dabei fast unverletzt, weil er auf seinen größeren Bruder gefallen war, kam aber über Nacht zur Beobachtung mit seiner Mutter in die Sankt Augustiner Kinderklinik.

Schwer verletzt wurden bei dem Vorfall sein fünfjähriger Bruder und seine siebenjährige Schwester. Ihre Jochbein- und Unterarmbrüche sind nun soweit verheilt, dass der Klinik-Entlassung nichts mehr entgegensteht. Weitere Operationen sind nicht geplant. Große Unterstützung erhielt die Familie aus dem Rathaus. So fuhr eine Mitarbeiterin der Stadtverwaltung mit der Mutter gleich am nächsten Tag von der Kinderklinik zu den anderen Kindern, begleitet auch von einem Hausmeister der Lohmarer Schulen und Sporthallen. Der Syrer helfe der Stadt oft als Dolmetscher, lobt Bürgermeister Horst Krybus.

Mit dem Auto ging es zum Krankenhaus Köln-Merheim und zur Bonner Uniklinik, weil die beiden Geschwister in unterschiedliche Hospitäler eingewiesen waren. Doch dann sorgte man dafür, dass Bruder und Schwester in der Bonner Uniklinik zusammengelegt wurden.

Wie diese Zeitung erfuhr, ist die Mutter nach der Tat nicht mehr in der Unterkunft an der Hauptstraße. Wo sie untergebracht ist und ob sie überhaupt noch in Lohmar wohnt, wird aus Gründen desDaten- und Persönlichkeitsschutzes nicht bekanntgegeben.

Gegen den Vater war am Tag nach der Tat wegen des Verdachts des versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung Haftbefehl erlassen worden. Er war am 4. Januar erstmals aufgefallen, weil er seine Frau angegriffen hatte. Nach einem zehntägigen Betretungsverbot kehrte er mit dem Einverständnis seiner Frau aber in die Wohnung der Unterkunft zurück.