24.07.2016
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Messe in Berlin: Jules Käsekiste aus Much mit Stand auf der Grünen Woche

Rhein-Sieg-Kreis/Berlin -

Naturnahe Nahrung ist im Trend. Das ist auch auf der Grünen Woche in Berlin nicht zu übersehen. Zwei Betriebe aus dem Kreis können sich dort auf internationaler Ebene präsentieren: Jules Käsekiste aus Much und die Biologische Station aus Eitorf. Die einen sind Produzenten, die anderen sorgen für naturnahe Produktionsflächen.

„Dass wir schon zum zweiten Mal in Berlin dabei sind, zeigt, dass wir etwas richtig machen“, so Rainer Schmitz von Jules Käsekiste aus Much-Reinshagen. Seit 1995 setzt er mit seinem Käse auf naturnahe Produktion. Sein Bauernhof wird in der fünften Generation geführt, die Kühe haben das ganze Jahr über Auslauf. „Unser Futter wird zu 80 Prozent selbst erzeugt, da wissen wir, was unsere Tiere bekommen“, sagt Rainer Schmitz. Die Rezepte für den Käse stammten aus der Familie.

Das Besondere am Rohmilchkäse aus dem Bergischen ist, dass er in einer Höhle reift und „einen ganz speziellen Charakter“ bekommt. Nach Angaben von Schmitz ist er damit als Produzent in Deutschland einzigartig.

Heimische Obstsorten

Die Biologische Station präsentiert in Berlin zum fünften Mal heimische Obstsorten. Ihr Stand ist immer umlagert. „250 Apfelsorten, fünf Birnensorten und zwei Quittensorten gehören zu unserem Stand“, berichtet Biologin Barbara Bouillon. Sie kümmert sich aber nicht nur um den Ertrag der Bäume.

Die Naturschützer zeigen auch, dass gerade Streuobstwiesen mich hochstämmigen Bäumen als artenreiche Lebensräume unsere Landschaften bereichern. In NRW hat der Rhein-Sieg-Kreis die größte Sortenvielfalt aufzuweisen.

Und damit auch die Jugend davon erfährt, stellt Xenia Scherz ihr Obstwiesenpädagogikprojekt vor. Jeden Tag kommen Schulklassen an den Stand aus Nordrhein-Westfalen und hören viel über die Zusammenhänge auf einer Obstwiesen. Sie lernen so die Sortenvielfalt im Vergleich zu dem eingeschränkten Angebot im Handel kennen. Und damit nicht alles so theoretisch ist, stellen die Jugendlichen zusammen leckere Apfelchips her und bauen Insektennisthilfen. „Interessant ist, dass einige der Großstadtkinder noch nie einen Bohrer oder anderes Werkzeug in der Hand hatten“, sagt Dieter Steinwarz, Leiter der Biologischen Station in Eitorf. Er ist auch Mitglied im NRW-Dachverband stellt die Vielfältigkeit der Aufgaben des Naturschutzes vor Ort vor.