28.09.2016
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Naafbachtal: Land ändert Regeln zum Wasserschutz

Anwohnern im Wasserschutzgebiet des Naafbachtals droht eine Kanaldichtigkeitsprüfung bis 2015.

Anwohnern im Wasserschutzgebiet des Naafbachtals droht eine Kanaldichtigkeitsprüfung bis 2015.

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Gabriele Krüper

Rhein-Sieg-Kreis -

Das Thema Kanaldichtigkeitsprüfung für Häuser in der Wasserschutzzone um die Naafbachtalsperre ist vom Tisch. Wie Horst Becker (Bündnis 90/Die Grünen), Parlamentarischer Staatssekretär im Landesumweltministerium, mitteilt, sollen in einer künftigen Verordnung nur Anwohner in die Pflicht genommen werden, in deren Nachbarschaft auch tatsächlich Trinkwasser gewonnen wird.

Hintergrund waren Pläne der Landesregierung für einen „Kanal-Tüv“: Sie sahen vor, dass Hausbesitzer in Wasserschutzzonen bis Ende 2015 die Dichtheit ihrer Abwasserrohre prüfen lassen müssen, wenn ihre Gebäude vor 1965 errichtet wurden. Unberücksichtigt blieb der Sonderfall Naafbachtal. Die dortige Talsperre wurde nämlich trotz Jahrzehnte langer Planungen nie gebaut. Was blieb, war allein die Wasserschutzzone, deklariert in einer Verordnung aus dem Jahr 1982.

Ausnahmen nicht bedacht

Eine derartige Ausnahme sei im Antrag der Landtagsfraktionen von SPD und Grünen tatsächlich nicht bedacht worden, gab Horst Becker daraufhin in einem Vermerk ans Landes-Umweltministerium zu bedenken. Nach einem Bericht des „Rhein-Sieg-Anzeiger“ vom 16. November („Schutzzone für ein Phantom“) urteilt er: „Die vom Stadtanzeiger richtig beschriebene Problematik hatte mich schon vor der Berichterstattung und erneut am Tage der Berichterstattung veranlasst, zusammen mit Fachleuten der Fraktion und des Ministeriums nach Auswegen für Wasserschutzzonen zu suchen, in denen derzeit keine Trinkwassernutzung stattfindet und auch zeitnah keine bevorsteht.“

Gleiche Behandlung gewährleistet

Auf seine Bitte hin seien die Fachabteilungen des Ministeriums zu folgendem Ergebnis gekommen: In der zukünftigen Verordnung soll nun genau festgehalten werden, dass der Kanal-Tüv nicht für die Schutzzone der Naafbachtalsperre gelten wird, weil dort zurzeit kein Trinkwasser gewonnen werde „und auch in absehbarer Zeit keines gewonnen wird“.

Das Ministerium werde in den kommenden Tagen den Rhein-Sieg-Kreis, den Rheinisch-Bergischen Kreis sowie die Kommunen Neunkirchen-Seelscheid, Lohmar, Much und Overath darüber informieren. „Damit ist unbürokratisch sichergestellt, dass die Menschen rund um das Naafbachtal nicht schlechter behandelt werden, als in großen Teilen des Landes.“

Auf Anfrage des „Rhein-Sieg-Anzeiger“ hatte die Kölner Bezirksregierung noch im November mitgeteilt, dass die Verordnung „den einzig noch möglichen Standort für die Neuerrichtung einer Trinkwassertalsperre“ im Regierungsbezirk schütze und deshalb weiter gelten solle. Das Schutzgebiet umfasst 42 Quadratkilometer und – im Rhein-Sieg-Kreis – 2355 Wohngebäude.