27.07.2016
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Natursteig Sieg, Tour 11: Sechs Kilometer auf dem "Künstlerweg"

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Ralf Rohrmoser von Glasow

Windeck/Rhein-Sieg-Kreis -

Der "Künstlerweg" fordert keine Wanderkünstler, er ist sicher die leichteste Strecke unserer Touren. Franz Kluwe aus Herchen führt die Teilnehmer am Montag, 26. August, über zwei bis drei Stunden über den Pfad, der an die Düsseldorfer Maler des 19. Jahrhunderts erinnert, die Herchen im Siegtal zu ihrem Musenort erkoren hatten. Treffpunkt ist um 15 Uhr der Bahnhof . Für die Redaktion ist Jürgen Röhrig mit von der Partie.

Von dort geht es, und das ist schon gleich die größte Herausforderung, den Berg hinauf vorbei an der Realschule auf den Höhenweg, der einen grandiosen Blick ins Tal erlaubt, zur "Düsseldorfer Hütte" Dort geht der Weg noch einmal steil nach oben, wo zur Belohnung Bänke stehen. Seitentäler werden auf dem Höhenpfad umgangen, dann gelangt man zum Aussichtspunkt, der den Blick auf den Ort eröffnet. Dort hinunter führt der Weg anschließend vorbei an merkwürdigen Bauten: Als "düsteres Nazi-Monument" bezeichnete jetzt ein Windecker Leser des "Rhein-Sieg-Anzeiger" den sogenannten "Thingplatz" oberhalb von Herchen. Der Bau aus dem Jahr 1935 steht in der Denkmalliste der Gemeinde als "Zeugnis des Nationalsozialismus in einer ländlichen Gemeinde".

Schaufenster-Ausstellung

Damals wurde die Propaganda-Anlage unter dem Vorwand errichtet, der Gefallenen des Ersten Weltkriegs zu gedenken. Jüdische Soldaten waren aber bereits aus dem Gedenken ausgeschlossen, weil sie nicht mehr als Deutsche galten. Im Ort ist die katholische Pfarrkirche Station, in der Franz Kluwe eine kleine Führung vorhat. Weitere Stationen sind eine Schaufenster-Ausstellung des "Herchener Malkastens", das Haus des Gastes und ein Garten-Café, bevor es durch die Siegaue zurück zum Bahnhof geht. (rg)