27.07.2016
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Beziehung zu Niederkasseler: Rosenkrieg von „TV-Astrocoach“ endet vor Siegburger Gericht

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dpa

Siegburg/Niederkassel -

Er tourt als „Astrocoach“ durchs TV, preist seine Dienste als Hellseher an und als „Experte in Liebesenergien“. Doch seine eigene Beziehung zu einem Niederkasseler endete im Fiasko und letztendlich vor Gericht.

Der 32-Jährige hatte den Zwillingsbruder seines Ex-Freundes angezeigt und sagte als Zeuge gegen ihn aus. Der Vorwurf: Der Angeklagte habe in einem Telefongespräch davon gesprochen, ihm „Albaner“ auf den Hals zu hetzen, wenn er nicht aufhöre, die Brüder und die Mutter zu behelligen.

Fühlte er sich Ende September 2014 wirklich bedroht von dem 26-jährigen Gastronomiebeschäftigten? Oder ist die Beschuldigung Teil des Rosenkriegs, mit dem der enttäuschte Astrocoach die gesamte Familie überzog? Mehr als zwei Stunden versuchte das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Hauke Rudat Licht ins Dunkel zu bringen, deckte widersprüchliche Aussagen des 32-Jährigen im Sternenpulli auf und sprach schließlich den Angeklagten vom Vorwurf der räuberischen Erpressung frei.

„Ich hoffe, dass das jetzt ein Ende hat“, sagte der sichtlich erleichterte 26-Jährige nach dem Urteilsspruch. Angefangen hatte es Anfang 2012. Eineinhalb Jahre waren der B-Promi und ein Erzieher aus Niederkassel ein Paar. Drei Monate nach dem Kennenlernen verlobten sie sich – den Platinring forderte der 32-Jährige zurück, als die Beziehung in die Brüche ging. Ebenso andere Dinge, wie den geliehenen Laptop und teure Geschenke. Zeitgleich versuchte er, den Ex zurückzugewinnen, wollte auch den Bruder, dessen Mutter und dessen Freundin überreden, ein gutes Wort für ihn einzulegen. „Ich war halt so verliebt.“ Dann sei ihm aufgegangen, dass es nur um sein Geld gegangen sei: „Ich war die Weihnachtsgans der Familie“ 50 000 bis 60 000 Euro habe er investiert, schilderte er dem Richter: „Wissen Sie, wenn der Schatz das iPhone haben möchte . . .“

Dass er sich von dem Bruder seines Ex bedroht gefühlt habe, wollte das Gericht ihm nicht abnehmen. Denn Anzeige hatte er erst sechs Wochen später erstattet – auf Anraten seines Anwalts. Ein zweites Mal soll der Angeklagte Anfang Oktober gegenüber einer Freundin des Astrocoachs von den ominösen „Albanern“ gesprochen haben, sagte die 33-Jährige im Zeugenstand aus. Der 32-Jährige habe aber nicht besorgt reagiert.

Vielleicht hat die Beziehung noch ein Nachspiel. Im Keller stehe noch eine Kiste mit Dingen, die der 32-Jährige ebenfalls zurückgefordert hat, darunter Duschgel und ein 100-Teile-Puzzle „Arielle, die Meerjungfrau“, so der Angeklagte: „Wir haben uns nicht getraut, das wegzuwerfen.“