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Bundesverkehrswegeplan: Änderung bei der Rheinquerung in letzter Sekunde

Zwischen Wesseling drüben und Niederkassel soll der Rhein gequert werden – ob per Brücke oder Tunnel, das ist offen.

Zwischen Wesseling drüben und Niederkassel soll der Rhein gequert werden – ob per Brücke oder Tunnel, das ist offen.

Foto:

Bröhl

Rhein-Sieg-Kreis -

Die Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplans 2030 durch den Deutschen Bundestag stößt in der Region überwiegend auf ein positives Echo.

Das Parlament hatte am Freitag beschlossen, bis zum Jahr 2030 rund 270 Milliarden Euro in die Verkehrsinfrastruktur zu investieren.

In dem Maßnahmenpaket finden sich auch Projekte in der Region Bonn/Rhein-Sieg, darunter der Ausbau der Autobahnen 59, 61, 560 und 565, der Bau einer neuen Rheinquerung zwischen Niederkassel und Wesseling, die Ortsumgehungen Hennef-Uckerath, Much und Swisttal sowie im Bereich des Schienenverkehrs eine neue Güterverkehrsstrecke zwischen Troisdorf und Mainz sowie der Ausbau der Siegstrecke.

„Unsere Vorschläge wurden fast 1:1 in den neuen Bundesverkehrswegeplan aufgenommen“, zeigt sich Landrat Sebastian Schuster erfreut.

„Der Bund hat mit diesem Plan eine gute Grundlage gelegt, so dass wir nach Jahren des Stillstands endlich unsere Verkehrsinfrastruktur weiterentwickeln können.“

Änderungen in letzter Minute

Schuster weist darauf hin, dass es bei zwei Projekten im Rhein-Sieg-Kreis in letzter Minute noch einmal Änderungen gegeben hat. So soll bei der Rheinquerung bei Niederkassel noch einmal intensiv geprüft werden, ob diese auch mit einer Bahntrasse geplant werden kann.

Beim Schienen-Güterverkehr im Siegtal habe der Bund die Sorgen in der Region vor einer steigenden Lärmbelastung ernst genommen. Der Ausbau der Siegtalstrecke solle nun vor allem dazu dienen die Trassenkonflikte zwischen Güter- und Personenverkehr zu entschärfen, so Schuster.

Als „historische Chance für unsere Region“ bezeichnet die CDU-Bundestagsabgeordnete Elisabeth Winkelmeier-Becker den Beschluss des Bundestags. Rund ein halbes Jahr vor der nordrhein-westfälischen Landtagswahl sorgt sich die Vorsitzende der CDU Rhein-Sieg um die Umsetzung der beschlossenen Projekte durch die Landesregierung.

Sie sehe mit Sorge, „dass alle Straßenbauprojekte jetzt über den Schreibtisch der rot-grünen Landesregierung in Düsseldorf müssen“.

Zähes Ringen erwartet

Die SPD habe vor allem „das Ruhrgebiet im Blick“, so Winkelmeier-Becker, „und die Grünen suchen jede Chance, um ihre Abneigung gegen den individuellen Autoverkehr zum Maßstab zu machen“.

Sie erwartet deshalb beim Bau der Ortsumgehungen für Uckerath und Much „ein zähes politisches Ringen“ mit der Landesregierung.

Enttäuschung über den Parlamentsbeschluss gibt es bei der Initiative Lebenswerte Siebengebirgsregion, die gegen die sogenannte Südtangente kämpft. Dieses in der Region politisch äußerst umstrittene Projekt sei „13 Jahre nach dem Rauswurf aus dem Bundesverkehrswegeplan wieder drin“.

Dabei sei die Südtangente, die die Bonner Autobahnen über die Ausläufer des Siebengebirges mit der Autobahn 3 verbinden soll, keine „harmlose Option“. Das Projekt allein würde einen großen Teil des Landesetats für Fernstraßenplanung „verschlingen“, befürchten die Vertreter der Initiative.