26.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | In Niederkassel: Mit Luftgewehr auf Katzen geschossen
11. July 2013
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In Niederkassel: Mit Luftgewehr auf Katzen geschossen

Streuner, der angeschossener Kater von Stefanie und Karim Elazzar aus Mondorf

Streuner, der angeschossener Kater von Stefanie und Karim Elazzar aus Mondorf

Foto:

Privat

Niederkassel -

Als Streuner vor ein paar Tagen nach Hause kam, hatte er „am Popo“ eine Wunde. Karim und Stefanie Elazzar dachten sich zunächst nicht viel dabei. „Unser Kater zofft sich schon mal mit Nachbarkatzen“, erzählt Karim Elazzar. Der weiße, acht Jahre alte Kater ist trotz seines Namens zutraulich und anhänglich. Wie sich dann aber herausstellte, war die Wunde tiefer. Dem Tier könnte seine Arglosigkeit zum Verhängnis geworden sein: Die Wunde stammte nicht von einer  Kabbelei, sondern von einem Luftgewehr.

Abgesehen von dem Blut wirkte der Kater nicht, als sei er stark verletzt. „Wir hatten noch Glück“, erzählt Elazzar. „Das Projektil traf den Hüftknochen und ist dann wohl abgeprallt, so dass es nicht herausoperiert werden musste.“ Sie brachten Streuner zum Tierarzt Dr. Guido Funk in Mondorf, der die Wunde versorgte. Dabei erfuhren sie, dass in letzter Zeit häufiger Katzen aufs Korn genommen werden: „In diesem Jahr waren es noch  zwei oder drei weitere in Mondorf und Rheidt“, sagt Funk. Diese Häufung habe er bisher noch nicht erlebt. „Es kam nur mal gelegentlich vor, dass Hunde angeschossen wurden, aber viel seltener.“

„In unserer Nachbarschaft   schießt jemand mit einem Luftgewehr auf Katzen“, glaubt Karim Elazzar. Betroffen seien der Bereich Erftstraße, Rhönstraße, Spessartstraße, Eifelstraße, Hummerich und Hansenstraße. „Dieser Vorfall ist tagsüber passiert“, betont Elazzar. Besorgniserregend findet er auch, dass dies in einem ruhigen Wohngebiet mit vielen Kindern, zwei Kindergärten, einer Grundschule und einer Realschule passiert. „Solche Vorkommnisse waren bis jetzt noch nicht da.“

Wer dahinter stecken könnte – ob es mehrere Schützen sind oder ein Einzeltäter –, ist für Tierarzt Dr. Funk nicht erkennbar. Ein Luftgewehr könne jeder leicht im Internet bestellen. „Tiere sind für manche Leute einfach bewegliche Ziele, da macht es mehr Spaß, drauf zu schießen.“ Das sei auf Seiten der Täter oft Gedankenlosigkeit – „und vielleicht macht es ihnen sogar Spaß, Tiere zu quälen.“ Funke rät betroffenen Tierbesitzern, sich an die Polizei zu wenden und Anzeige zu erstatten. „Auch wenn man denkt, das würde nichts bringen“, betont er: „Wenn sich mehrere Tierbesitzer wegen so etwas melden, passiert vielleicht doch etwas.“

Die Elazzars haben Anzeige erstattet. Streuner gehe es wieder gut. „Was er nur nicht so gern mag: dass er noch nicht wieder nach draußen darf.“


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