27.09.2016
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Städtebau: Ringen um Lülsdorfs Mitte

Lülsdorfs Mitte könnte wesentlich einladender aussehen, meint Herbert Bader. Doch die meisten seiner Vorschläge kamen nicht durch.

Lülsdorfs Mitte könnte wesentlich einladender aussehen, meint Herbert Bader. Doch die meisten seiner Vorschläge kamen nicht durch.

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Ingrid Bäumer

Niederkassel -

Zwei Meinungen prallen aufeinander: „Das ist schlicht und ergreifend ein Straßenausbau“, sagt Niederkassels Beigeordneter Helmut Esch zur geplanten Veränderung der Rheinstraße. Der Lülsdorfer Herbert Bader sieht hier die Neugestaltung des Ortskerns – und fragt fassungslos, „wie man eine derartige Gelegenheit ungenutzt verstreichen lassen kann.“

Bader hat sich bereits einige Jahre ehrenamtlich damit befasst, wie Lülsdorfs Mitte attraktiver werden könnte. Als Mitglied der Gruppe „Lokale Agenda 21“ erarbeitete er Leitlinien, beispielsweise eine bessere Anbindung des Ludwigsplatzes an seine Umgebung. Die Identität der Ortsteile erhalten, die Wohnqualität steigern – alle, erinnert Wagner sich, waren vor gut zehn Jahren dafür. Doch in den aktuellen Planungen zur Rheinstraße sei davon nichts mehr übrig.

Mehr Raum für Fußgänger

Der Einwand treffe schon deshalb nicht, kontert der Beigeordnete, weil die Rheinstraße gar nicht zum Ortskern gehöre. „Die Ortsmitte sind für mich der Alte Turm und der Ludwigsplatz.“ Dennoch, so Esch, habe die Verwaltung, „soweit möglich“, einige von Baders Anregungen übernommen. Zum Beispiel wird der Bürgersteig vor der Grundschule verbreitert – von zurzeit etwa 1,70 auf 3,50 Meter Breite. Das schafft mehr Raum für Fußgänger. Auch die Idee, einen Baum mit breiter Krone vor eine unschöne Haus-Rückwand am Ludwigsplatz zu pflanzen, sei angenommen worden. Ebenso die Idee, in Angleichung an das Pflaster auf dem Ludwigsplatz die Bordsteine an der Stelle rot zu pflastern.

Doch Baders Vorschläge gingen viel weiter. Seine Vision ist, den zentralen Bereich mit Kirche, Seniorenheim und Ludwigsplatz sowie den Alten Turm städtebaulich einheitlich zu gestalten. Der Umbauplan des Büros Ifeba schlage der Seniorenheim-Seite zu viel Bürgersteig zu, argumentiert Bader, besser sei es, den Gehweg beidseitig zu platzieren und die Beleuchtung auf der Kirchenseite anzubringen. So werde auch der dunkle Bereich am Kirchhof und Friedhof ausgeleuchtet. Er schlägt auch einen anderen Lampentyp vor, der besser zur Bebauung passe. Esch hält dagegen: Die geplanten 2,30 Meter Breite auf der Seite des Seniorenheims seien nötig, damit zwei Benutzer von Rollatoren nebeneinander her gehen können. Auf der Friedhofseite werde der Bürgersteig immerhin um 30 Zentimeter auf 1,50 Meter verbreitert. Andere Straßenleuchten als der vom Stadtrat beschlossene Standardtyp kämen nicht in Frage, weil teurer. „Das wurde alles schon mit Herrn Bader diskutiert – im Einzelgespräch und auf einer Bürger-Informationsveranstaltung“, betont Esch. „Er vertritt ganz offenbar eine Einzelmeinung.“

In der letzten Sitzung des Bauausschusses jedoch griff die SPD Baders Anregungen auf und beantragte eine Vertagung wegen Klärungsbedarfs. Die anderen Fraktionen dagegen erteilten dem Verwaltungsvorschlag ihre Zustimmung. Damit werden die Planungen umgesetzt. Beginn der Kanalbauarbeiten im Frühjahr, Gesamtdauer bis zu zehn Monate.