28.08.2016
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Nach monatelanger Auseinandersetzung: Grundschule Mondorf bleibt katholisch

Gegen die Umwandlung der katholischen Grundschule in Mondorf stimmten 102 Eltern, 101 Erziehungsberechtigte unterstützten den Antrag. Für eine Mehrheit wären 146 Stimmen erforderlich gewesen.

Gegen die Umwandlung der katholischen Grundschule in Mondorf stimmten 102 Eltern, 101 Erziehungsberechtigte unterstützten den Antrag. Für eine Mehrheit wären 146 Stimmen erforderlich gewesen.

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Niederkassel -

Die Grundschule im Stadtteil Mondorf bleibt eine katholische Bekenntnisschule. Das ist das Ergebnis einer geheimen Abstimmung, zu der alle 290 Eltern der Grundschule von Dienstag bis Donnerstag in der Mondorfer Bibliothek aufgerufen waren. Für den Antrag einer Elterninitiative zur Umwandlung der Schule in eine Gemeinschaftsgrundschule (GGS) stimmten 101 Eltern, für den Erhalt der katholischen Grundschule (KGS) votierten 102 Eltern.

Die Niederlage der Umwandlungsbefürworter ist deutlicher als sie auf den ersten Blick scheint. Für einen Erfolg des Vorstoßes ist nämlich nach dem nordrhein-westfälischen Schulgesetz nicht die Mehrheit der abgegebenen Stimmen erforderlich, sondern die Mehrheit aller stimmberechtigten Eltern. Bei einer aktuellen Schülerzahl von 290 hätte die Initiative demnach die Unterstützung von 146 Eltern benötigt. Bei der Abstimmung hatte jedes Elternpaar pro Kind, das an der Schule unterrichtet wird, nur eine Stimme.

Monatelange Auseinandersetzung

Mit der Abstimmung endet eine monatelange Auseinandersetzung, die zu einer Polarisierung im Stadtteil geführt hatte. Die Initiative für eine Gemeinschaftsgrundschule sah nicht-katholische Eltern und Kinder benachteiligt. 47 Prozent der Kinder seien römisch-katholisch, 26 Prozent evangelisch, 17 Prozent ohne Bekenntnis, sechs Prozent seien Muslime und vier Prozent gehörten anderen Religionsgemeinschaften an. Obwohl also die Katholiken in der Unterzahl seien, sei das katholische Glaubensbekenntnis in der Schule tonangebend. Für eine Umwandlung spricht nach Auffassung der Befürworter auch, dass sie der Schule die Personalauswahl erleichtere. An der KGS sind vor allem die Stellen der Schulleitung katholischen Lehrern vorbehalten. Die Gegner der Umwandlung, die sich in der Initiative „Bekenntnisschule Plus“ zusammengeschlossen hatten, warnten dagegen mit Unterstützung der katholischen Kirchengemeinde vor einem drohenden Werteverfall und dem Ausverkauf christlich-abendländischer Traditionen. Die KGS biete Eltern und Kindern in einer „immer schrankenloser werdenden Welt ein klares Konzept für die Vermittlung von christlichen Werten“, hatten sie argumentiert. Vorerst bleiben vier der fünf Niederkasseler Grundschulen katholische Bekenntnisschulen. Nur in Lülsdorf gibt es eine Gemeinschaftsgrundschule. Die bei der Abstimmung unterlegene Seite kann theoretisch bereits in einem Jahr erneut einen Antrag stellen, um abstimmen zu lassen.