30.07.2016
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Zwischen Niederkassel und Köln: Shell nimmt Pipeline in Betrieb

Mit einem symbolischen Knopfdruck wurde die Pipeline aktiviert.

Mit einem symbolischen Knopfdruck wurde die Pipeline aktiviert.

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Shell

Niederkassel/Köln -

Seit Dienstag ist die Shell-Pipeline „Connect“ ganz offiziell in Betrieb: Mit einem symbolischen Knopfdruck in der zuständigen Messwarte im Shell-Werk Nord in Köln-Godorf hat Bram Steenks, Direktor der Shell Rheinland Raffinerie, die Rohrleitung aktiviert. „Damit haben wir zwei ehemals unabhängige Standorte zu einem verschmolzen“, sagte Steenks. Nach einem mehrwöchigen Probebetrieb ist das Großprojekt damit in den Echtbetrieb übergegangen.

Die Rohrleitung verbindet die in Godorf und Wesseling bislang weitestgehend getrennt voneinander operierenden Werke der Rheinland Raffinerie. Ihre 3,8-Kilometer-Trasse verläuft vom Werk Godorf unter dem Rhein, durch das Retentionsbecken zwischen Köln-Langel und Niederkassel-Lülsdorf und wieder unter dem Rhein zum Werk Wesseling.

Durch die Pipeline werde ein bedarfsgerechter und flexibler Austausch von Stoffen ermöglicht, so Shell. Ein Beispiel ist die Produktion von schwefelarmem Heizöl, das im Werk Godorf aus Rohöl destilliert und im Werk Wesseling entschwefelt wird. „Wir verzahnen die verschiedenen Anlagen der beiden Werke und stellen die Raffinerie damit nachhaltig im europäischen und globalen Wettbewerb auf“, so Steenks.

Allein das Genehmigungsverfahren für das Großprojekt hatte vier Jahre benötigt. Im Juni 2011 erteilte die Bezirksregierung Köln die Genehmigung, der Bau der Rohrleitung wurde planmäßig in 19 Monaten umgesetzt. Durch die Rohrleitung werden die Produkte Hydrowax, LPG (Butan), Mogas-Komponenten und Gasöle ausgetauscht.

Das Landeswirtschaftsministerium zeichnete das Projekt 2012 sogar aus. Es sei eines von vier "best practise"-Beispielen für den vom Ministerium aufgestellten "Werkzeugkasten für Dialog und Beteiligung". Shell betont, frühzeitig den Dialog mit Bürgern, Kommunen sowie Umweltschützern gesucht zu haben. So habe man auf Druck der Öffentlichkeit hin auch Pläne geändert.

Wichtigster Punkt war, dass nach Anregungen von Umweltschützern darauf verzichtet wurde, im Rhein einen offenen Graben für die Pipeline zu graben und stattdessen ein unterirdisches Vortriebsverfahren durch den Fluss genutzt wurde. Dadurch sei die Natur geschont worden, betont das Unternehmen.

(bäu, lm)