27.08.2016
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Polizeibilanz zu Weiberfastnacht im Rhein-Sieg-Kreis: Polizei zeigte verstärkt Präsenz an Weiberfastnacht

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Ralf Rohrmoser

Rhein-Sieg-Kreis -

Das Wetter hat wohl großen Einfluss darauf gehabt, dass die Zahl der Jecken auf den Marktplätzen in Hennef und Siegburg weit hinter den Erwartungen zurückblieb. Dafür avancierten Busbahnhof und Bahnhof zu Ausweichquartieren. Von den 53 Hilfeleistungen und 23 Transporten entfielen rund zwei Drittel auf dieses Areal, der Rest ereignete sich auf und rund um den Markt.

Auch die Unterführung im Hennefer Bahnhof verwandelte sich zeitweilig in eine Feiermeile. Die Polizei reagierte mit verstärkter Präsenz und konnte einzelne „aggressiv wirkende Gruppen“, so Pressesprecher Burkard Rick, in ihre Schranken weisen. Vergleiche zum Vorjahr sind nicht möglich, weil es 2015 keine Marktfete gab.

44 Züge kommen noch

Vorfälle wie zu Silvester in Köln und anderen Großstädten oder Straftaten mit sexuellem Hintergrund wurden der Polizei bislang nicht gemeldet. „Das Einsatzkonzept der Polizei im Rhein-Sieg-Kreis ging bislang vollends auf. Wir sind mit dem bisherigen Verlauf sehr zufrieden“, sagte Polizeidirektor Uwe Pasternak als Einsatzleiter. Das Ende ist allerdings noch nicht erreicht, zu den Planungen gehören auch noch 44 Züge in den kommenden Tagen.

Insgesamt landeten bis zum Abend acht Menschen in den Gewahrsamszellen der Polizeiwache, meist waren es Betrunkene, die so auffällig waren, dass sie aus dem Verkehr gezogen werden mussten. Ein 18 Jahre alter Drogenhändler hatte sich ausgerechnet zivile Ermittler als Kunden ausgesucht. Ein 18-Jähriger, ebenfalls aus Bonn, handelte sich eine Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz ein. Er wollte einen Teleskopschlagstock mit auf den Siegburger Marktplatz nehmen. Insgesamt wurden 14 Strafanzeigen erstattet, zumeist wegen Diebstählen und Körperverletzungen.

Streit in Siegburger Disco

Nach den Open-Air-Veranstaltungen zog es die Jecken in die umliegenden Kneipen. In einer Siegburger Diskothek kam es zu einem Streit, der für einen 18 Jahre alten Mann aus Troisdorf im Polizeigewahrsam endete. Ein 17-Jähriger, ebenfalls aus Troisdorf, war hoch aggressiv, seine Mutter konnte ihn von der Wache abholen.

Einen kuriosen Einsatz gab es in Hennef. Dort löste die Polizei selbst einen Einbruchsalarm aus. Ein Streifenwagen hatte bei einer Fahrt durchs Zentrum mit einem Reifen eine leere Flasche erwischt, die in eine Schaufensterscheibe schleuderte.

Das DRK Rhein-Sieg hatte 102 Kräfte in zwei Unfallhilfsstellen eingesetzt, eine nahe des Marktes, die andere am Europaplatz. Das Konzept bewährte sich. Bei den 53 Hilfeleistungen war 30-mal ein Notarzt beteiligt. Die Einsatzzahlen aber halbierten sich im Vergleich zur Marktfete 2014. Versorgt wurden vor allem stark alkoholisierte, meist junge Menschen im Alter von 14 bis 31 Jahren, oft in Verbindung mit durch den Alkoholkonsum verursachten Sturz- und Schnittverletzungen.