29.08.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | RSAG: Textilien wecken Begehrlichkeiten
03. July 2012
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RSAG: Textilien wecken Begehrlichkeiten

Das Konzept soll gemeinsam mit den Städten und Gemeinden, aber auch mit den karitativen Einrichtungen im Kreis, wie etwa dem Roten Kreuz oder der Arbeiterwohlfahrt, erarbeitet werden.

Das Konzept soll gemeinsam mit den Städten und Gemeinden, aber auch mit den karitativen Einrichtungen im Kreis, wie etwa dem Roten Kreuz oder der Arbeiterwohlfahrt, erarbeitet werden.

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Johannes Schmitz

Rhein-Sieg -

Die Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) könnte schon bald ein neues Betätigungsfeld erhalten. Die Fraktionen von CDU und Grünen im Kreistag denken laut über einen Einstieg des kommunalen Abfallentsorgers in das Geschäft mit gebrauchten Textilien nach. Gemeinsam haben sie dazu jetzt einen Antrag auf den Weg gebracht, mit dem die Kreisverwaltung beauftragt werden soll, gemeinsam mit der RSAG ein Konzept für eine kommunale Altkleidersammlung zu erarbeiten. CDU und Grüne wollen mit ihrem Vorstoß zwei Ziele erreichen. Zum einen, so Grünen-Chefin Katja Ruiters, soll der „Wildwuchs der gewerblichen Sammlungen von Altkleidern“ eingedämmt werden. Zum anderen, so der CDU-Kreistagsabgeordnete Dieter Müller, sollen mit dem Hausmüll entsorgte Textilien besser erfasst und dann wiederverwertet werden.

Das von den beiden Fraktionen angestrebte Konzept soll gemeinsam mit den Städten und Gemeinden, aber auch mit den karitativen Einrichtungen im Kreis, wie etwa dem Roten Kreuz oder der Arbeiterwohlfahrt, erarbeitet werden, die derzeit bereits eigene Altkleidersammlungen durchführen. Gerade für letztere ist die Altkleidersammlung eine wichtige Säule zur Finanzierung ihrer sozialen Arbeit. Ihnen soll durch das Konzept keine Nachteile entstehen.

Eine kommunale Altkleidersammlung dürfte nach Untersuchungen der RSAG ein erhebliches wirtschaftliches Potenzial haben. Die rund 600 000 Einwohner des Rhein-Sieg-Kreises entsorgen nach Berechnungen der RSAG in ihrem Hausmüll tonnenweise gebrauchte Textilien. Hinzu kommt die Kleidung, die ohnehin bereits in gewerblichen oder karitativen Sammlungen landet. „Wir haben im Vorfeld der Einführung der Wertstofftonne stichprobenartig untersucht, welche Gegenstände im Hausmüll landen“, erläutert RSAG-Sprecher Joachim Schölzel. „Nach unseren Schätzungen landen in den Restmülltonnen kreisweit rund 1800 Tonnen Altkleider pro Jahr, das macht pro Einwohner etwa drei Kilo.“ Hinzu kommen rund 600 Tonnen gebrauchte Schuhe.