26.09.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt
Kölner Stadt-Anzeiger | Abriss in Sankt Augustin: Bagger zerlegen altes Huma-Einkaufszentrum
05. January 2016
http://www.ksta.de/23358362
©

Abriss in Sankt Augustin: Bagger zerlegen altes Huma-Einkaufszentrum

Unheimliche Stimmung in den leeren Hallen: Arbeiter tragen mit einer Spezialmaschine den Fußbodenbelag in den ehemaligen Verkaufsräumen ab.

Unheimliche Stimmung in den leeren Hallen: Arbeiter tragen mit einer Spezialmaschine den Fußbodenbelag in den ehemaligen Verkaufsräumen ab.

Foto:

Bilder: Quentin Bröhl

Sankt Augustin -

Schicht für Schicht wird der Bodenbelag abgetragen, bis nur noch der nackte Beton übrig bleibt. Der wird von einem Spezialbagger weggeknabbert. Das gesamte Gebäude ächzt unter der extremen Belastung, der Boden zittert wie bei einem Erdbeben – doch die Statik hält stand.

Nur durch massive mechanische Gewalt wird ihre Kraft gebrochen. Zerfleddert wirkt das alte Huma-Einkaufscenter auf den ersten Blick, stolz dagegen präsentiert sich der Teil-Neubau in direkter Nachbarschaft.

Seit Mitte Dezember laufen die Abbrucharbeiten im betagten Gebäude, nun fällt auch die Außenhülle Schritt für Schritt. Interessiert bleiben viele Menschen am Bauzaun stehen, um die emsigen Maschinen zu beobachten. Täglich lassen sich Fortschritte erkennen, im März soll schon an dieser Stelle mit dem zweiten Bauabschnitt des Einkaufcenters begonnen werden, im Mai das gesamte alte Gebäude dem Erdboden gleich gemacht sein. Da sind sich Hans-Ulrich Land und Reinhold Konrad sicher.

Krachende Geräusche

Land ist Bauleiter des Abrissprojektes, Konrad der Baustelleneiter. Sie arbeiten beide zusammen mit 24 Kollegen vor Ort für die Firma Becker Sanierungstechnik, täglich von 7 bis 17 Uhr. Beim Gang durch das Gebäude ist auch Christian Camps dabei. Zusammen mit drei weiteren Kollegen ist er für die Bauleitung des Projektes zuständig. Sein Arbeitgeber, die Ingenieurgesellschaft Diete und Siepmann, war auch für den ersten Bauabschnitt zuständig.

Das fast entkernte Gebäude wirkt wie eine riesige Halle auf einem fernen Planeten. Piepgeräusche deuten darauf hin, dass irgendwo tief im Inneren Maschinen ihre Arbeit verrichten. Dazu die krachenden Geräusche, wenn Mauern aus dem Gebäude gerissen werden. Feiner Staub trübt in der dunklen Halle zusätzlich die Sicht. Die kleinen Minibagger brauchen deshalb starkes Licht, um sich ihren Weg durch den dichten Staubnebel zu bahnen.

An den Wänden hängen noch vereinzelt Verkaufstafeln mit Angeboten, andere Schilder weisen auf Abteilungen oder frühere Ladenlokale hin. Dazu gehört auch der Schriftzug der ehemaligen Rathausapotheke.

Einladend steht die Tür weit offen – Medikamente bekommt man dort allerdings schon lange nicht mehr ausgehändigt. Ein Schatten weist an anderer Stelle darauf hin, dass sich hier früher der Schriftzug der Kreissparkasse befand. Nur ein schwerer Tresor erinnert noch daran, dass hier Geldgeschäfte gemacht wurden. Vergeblich wurde versucht, ihn aufzuschweißen.

Ein aktendeckelgroßes Loch zeigt, dass sich unter der Stahlhaut fester Beton verbirgt. Hinter einer Tür geht der Blick ins Freie. Die Außenwand ist verschwunden und gibt den Blick auf die benachbarten Gebäude frei. Eine alte Küchenzeile mit roten Wandfliesen erinnert noch daran, dass hier einmal Menschen gekocht haben.


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?