25.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Vereine in Sankt Augustin: In Haus Buisdorf gehen die Lichter aus
14. January 2016
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Vereine in Sankt Augustin: In Haus Buisdorf gehen die Lichter aus

Sankt Augustin -

Ein knappes Jahr noch, dann sollen im Haus Buisdorf die Lichter ausgehen. Darauf verständigte sich jetzt der Unterausschuss zur Haushaltskonsolidierung, der zu Spaßmaßnahmen in der Stadt tagte.

Zum Januar 2017 soll der Betrieb des Nachbarschaftshauses aufgegeben werden, wobei das letzte Wort allerdings der Rat hat. Die CDU enthielt sich bei der Abstimmung, während SPD, FDP, Die Grünen und die Wählervereinigung Aufbruch dafür stimmten.

Vor allem Schützen betroffen

Hauptbetroffene wären die Buisdorfer St.-Georg-Schützen, die im Haus Buisdorf einen Saal und vor allem einen Schießstand im Untergeschoss nutzen. Einig waren sich die Mitglieder des Ausschusses, dass das Haus insgesamt zu wenig genutzt wird. Außer durch die Schützen wird ein großer Gruppenraum für einen Steppkurs des TSK Sankt Augustin, einen Yoga-Kurs der SSG, einen Seniorennachmittag der Awo und einen Jugendtreff der Stadt genutzt. An vier von fünf Nachmittagen und am Wochenende steht der kleine Gruppenraum leer, wie aus einer Aufstellung der Stadtverwaltung hervorgeht.

„Ich bin erschreckt, wie wenig Haus Buisdorf genutzt wird“, sagte Stefanie Jung, die für die FDP in dem Gremium sitzt. Einig waren sich die Mitglieder darin, dass die Verwaltung verschiedene Varianten für eine Nutzung des Gebäudes prüfen soll, auch unter dem Aspekt, welche Fördermittel dafür fließen könnten. Denkbar sind etwa Einrichtungen für Flüchtlinge, Sozialwohnungen oder eine Kita, worauf vor allem Gerhard Schmitz-Porten (SPD) pochte. Wolfgang Köhler (Aufbruch) gab zu bedenken, dass so die Schützen zugunsten einer Tagesstätte heimatlos zu werden drohten, die möglicherweise nur eingruppig geführt werden könne.

Geprüft wird in dem Zusammenhang prinzipiell auch, ob das Nachbarschaftshaus abgerissen oder umgebaut wird. Georg Schell (CDU) geht davon aus, dass es angesichts steigender Flüchtlingszahlen „vielfältige Fördermöglichkeiten“ für eine andere Nutzung gäbe – auch als Kita.

Der Technische Beigeordnete Rainer Gleß sprach sich gegen eine Nutzung als Kindertagesstätte aus. Das Haus sei dafür nicht geeignet, zudem sei damit zu rechnen, dass ein Umbau teurer als ein Neubau werde. Allerdings könne man bei einem Umbau eher mit Fördermitteln vom Land rechnen. Einig war sich Gleß mit den Politikern, dass im Stadtteil auf jeden Fall eine Kita gebraucht wird.

Für den Brudermeister der Schützen, Heinz Urmbersbach, kam die Entscheidung überraschend: „Ich bin baff“, sagte er auf Anfrage der Redaktion. Mit den Schützen habe bislang niemand gesprochen – auch nicht über die Frage nach einem Ausweichquartier. Darüber, dass die Stadt ein neues Domizil für die Bruderschaft suchen wird, bestand im Gremium allerdings Einigkeit. Urmersbach will den Neujahrsempfang der CDU am kommenden Sonntag nutzen, um Bürgermeister Klaus Schumacher auf die Angelegenheit anzusprechen.