26.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Doppelter Abitur-Jahrgang: Hochschule vorbereitet auf Andrang
31. May 2013
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Doppelter Abitur-Jahrgang: Hochschule vorbereitet auf Andrang

Gespräch unter Experten: Ministerin Svenja Schulze mit Hochschulpräsident Hartmut Ihne

Gespräch unter Experten: Ministerin Svenja Schulze mit Hochschulpräsident Hartmut Ihne

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Ingrid Bäumer

Sankt Augustin -

1800 Erstsemester-Studenten werden im September und Oktober die Hochschule Bonn/Rhein-Sieg fluten – aber nur knapp 1000 Absolventen verlassen die Schule. Mit anderen Worten: Es wird eng, und das mit Vorhersage. Denn die Hauptschuld an der Erstsemesterschwemme trägt der doppelte Abitur-Jahrgang in NRW, der in diesen Wochen seine Reifeprüfung ablegt und ab Herbst natürlich gerne mit dem Studium beginnen will. NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) besuchte am Freitag auf ihrer „Hochschul-Tour“ Sankt Augustin, um sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen, wie die Hochschule mit den steigenden Studentenzahlen zurechtkommt. Sie war voll des Lobes: „Diese Hochschule ist sehr gut vorbereitet“, attestierte Schulze. „Hier wird Enormes geleistet.“ Schon jetzt sei mehr Personal eingestellt worden, um der größeren Zahl der Studierenden gerecht zu werden. Im Vergleich zu anderen Unis falle ihr an der Hochschule Bonn/Rhein-Sieg auf, dass sie sehr gut vernetzt sei. „Keine Spur von Elfenbeinturm, diese Hochschule steht in der Mitte der Gesellschaft.“

So sehr sich Hochschulpräsident Hartmut Ihne über die Lorbeeren freute – er verkniff sich nicht die Anmerkung, dass durch Abschaffung der Studiengebühren eine Finanzierungslücke entstanden sei, die gerade in der jetzigen Situation schmerzlich sei. Ministerin Schulze parierte mit Verweis auf den Hochschulpakt: „Bund und Land übernehmen die Mehrkosten für die zusätzlichen Studenten.“

Bis 2015, so schätzen die Statistiker, werden mehr Studienplätze gebraucht, danach soll die Welle abebben. Die Hochschule stellt seit 2011 bis 2015 deshalb 2000 zusätzliche Studienplätze bereit und will so dafür sorgen, dass „die meisten Studieninteressierten einen Studienplatz bekommen können.“ Das Ausbau-Projekt für den Standort Rheinbach werde – vorausgesetzt, es erhält eine Baugenehmigung – aber wohl erst 2016 fertiggestellt, sagt Pressesprecherin Eva Tritschler.
Die Qualität der Lehre soll unter den Veränderungen nicht leiden, betont AStA-Vorsitzender Patrik Wäschebach: „Unser größtes Anliegen ist, dass der Unterricht in Kleingruppen erhalten bleibt.“ Statt überfüllter Vorlesungen wie an manchen Großuniversitäten wird an der FH in Seminaren und Lerngruppen mit 12 bis 25 Personen unterrichtet.

Ein weiteres Problem ist der Wohnraum. „In Sankt Augustin wird er immer knapper“, diese Rückmeldung bekommt der AStA-Vorsitzende häufig von Mitstudenten. „Die Mieten steigen – auch, weil die Uni Bonn sich ausdehnt.“ Zu Beginn des Wintersemesters – im September und Oktober – gibt es traditionell den größten Andrang von Studenten auf den Wohnungsmarkt. Doch das privat finanzierte Wohnheim auf dem Sankt Augustiner Campus, das 240 Studentenwohnungen schaffen soll, wird voraussichtlich erst 2014 fertig. „Leider hat das Studentenwerk noch keinen eigenes Projekt auf die Beine gestellt“, sagt Hochschulpräsident Hartmut Ihne.

Zusammen mit Wäschebach appelliert er an Hauseigentümer, an Studenten zu vermieten. Für die kostenlose Wohnraumvermittlung stehen unter anderem das Portal „Zimmer frei“ und die Online-Wohnungsbörse der Hochschule bereit.

www.zimmerfrei-bonn.de


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