25.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Kommentar zum Stadtmarketing: Unsinn sorgt für Heiterkeit
29. December 2012
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Kommentar zum Stadtmarketing: Unsinn sorgt für Heiterkeit

Die Kommunalpolitiker haben den kindischen Slogan "Sankt Augustin - wieso, weshalb, darum" verworfen.

Die Kommunalpolitiker haben den kindischen Slogan "Sankt Augustin - wieso, weshalb, darum" verworfen.

Foto:

Ralf Johnen

Sankt Augustin -

Wenn Agenturen bei der Suche nach einem Image für eine Stadt nichts Besseres einfällt, als kalauernd an eine Kinderfernsehserie zu erinnern, sollten die Auftraggeber vielleicht noch einmal überdenken, ob sie denn wirklich unbedingt einen Slogan benötigen.

Mit der Zeile "Sankt Augustin. Wieso, weshalb - darum!" ist der Stadt wirklich nicht geholfen. Und das liegt keineswegs nur daran, dass die kaum zündende Idee ausgerechnet der "Sesamstraße" entliehen ist. Zwei unbestimmte Fragen und eine trotzige Antwort in nur einem Slogan sind einfach ein Unsinn, der beim einen spontane Heiterkeit und beim anderen echte Betroffenheit auslöst. Das haben die Sankt Augustiner Politiker zum Glück rechtzeitig erkannt.

Jetzt stellt sich die Frage, ob es überhaupt nötig ist, der Stadt einen Slogan zu verpassen. Mit "Wissensstadt Plus" hat sie schließlich bereits einen. Und der könnte - wie man nun gesehen hat - schlechter sein.

Glaubwürdiger als die künstlich kreierte "Familienangelegenheit" (Troisdorf) oder - in etwas weiterer Entfernung - "Bochum macht jung" ist das allemal.

Hinter vorgehaltener Hand übrigens ist bereits von einer Alternative zu hören. Diese entspricht in etwa den Ergebnissen der Bürgerbefragung und lautet: "Sankt Augustin - gar nicht sooo übel."

Das immerhin ist keine Marketing-Worthülse. Und es zeugt sogar von einem gewissen Sinn von Understatement, von Bescheidenheit. Insofern vielleicht gar keine sooo schlechte Idee.