28.07.2016
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Demo: Dank an alle Siegburger für das Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit

Knapp 100 Sympathisanten hatte die AfD um sich geschart, die gegen das angebliche Asylchaos“ demonstrierte, während Flüchtlinge aus Siegburg und ihre Kinder für „eine Welt, eine Zukunft“ warben.

Knapp 100 Sympathisanten hatte die AfD um sich geschart, die gegen das angebliche Asylchaos“ demonstrierte, während Flüchtlinge aus Siegburg und ihre Kinder für „eine Welt, eine Zukunft“ warben.

Siegburg -

Dass die Rechtspopulisten mit ihren Hetzparolen die Nation spalten, ist keine Frage. In Siegburg ging ihre Rechnung jedoch nicht auf. Am Donnerstagabend hat die AfD die Menschen in der Kreisstadt gegen sie geeint wie nie zuvor.

Parteibücher und Konfessionen spielten keine Rolle mehr. Ob CDU oder SPD, Grüne, FDP, Linke und Piraten, Katholiken und Protestanten, Gewerkschaften und Unternehmen, Arbeiterwohlfahrt, Diakonie und Caritas: Tausende standen geschlossen zusammen, um jenen, die der Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung das Wort reden, Toleranz und Menschlichkeit entgegenzusetzen.

Deutlicher als am Donnerstag hätten sie nicht zeigen können, dass in Siegburg jeder willkommen ist, der Menschenwürde und Grundgesetz achtet und dass Siegburg eine Willkommenskultur pflegt für die Menschen, die auf ihrer Flucht vor lebensbedrohendem Hunger und Gewalt hier einen sicheren Platz gefunden haben.

Was aber müssen die Schutzsuchenden, die unsere Gäste sind, empfinden, wenn sie sehen, dass allein ihre Anwesenheit die Menschen auf die Barrikaden bringt? Natürlich haben sie Angst. Aber sie sind nicht die Ursache der Angst, die unbestritten viele Deutsche und sicher auch viele Siegburger haben. Die Ursache der Angst sind jene, die sie schüren, um daraus parteipolitischen Profit zu schöpfen. Aber jeder für sich kann seine Ängste und Vorurteile abbauen, indem er die Nähe zu seinen neuen Nachbarn sucht. Dann wird sich mancher vielleicht der großen Zahl ehrenamtlicher Flüchtlingshelfer anschließen und die Siegburger Erklärung unterschreiben, in der es heißt, dass „unterschiedliche Herkunft, Weltanschauung und Religion“ eine „Bereicherung für unsere Stadt“ seien. Diese Haltung ist leider nicht selbstverständlich, aber gestern Abend hat sie eine große Bestätigung bekommen.

Danke, Siegburg!


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