29.08.2016
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Konzert in Siegburg: Streicher in ungewohnter Umgebung

In dem 38 mal 42 Meter großen Gebäude erzeugte die Musik einen starken Hall.

In dem 38 mal 42 Meter großen Gebäude erzeugte die Musik einen starken Hall.

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Andreas Helfer

Siegburg -

1958 wurde die Trinkwasseraufbereitung in Siegelsknippen fertiggestellt, ein Jahr später, als im Jahr 1959, komponierte Miles Davis „All blues“, und für eine ungewöhnliche „Wassermusik“ passte das jetzt wunderbar zusammen: In der Reihe Tonfolgen spielte das Modern String Quartett in der Filterhalle des Wahnbachtalsperrenverbands, die mit ihren sanft gerundeten Rippen der Dachkonstruktion unverkennbar ein Kind ihrer Zeit ist.

Das Wasser, das aus dem Hennefer Siegbogen zur Filtrierung auf die Siegburger Höhe gepumpt wurde, plätscherte leise als ständige Hintergrundmusik.

Vielfältiges Repertoire

So ungewöhnlich wie der Konzertsaal war auch die Musik in der Filterhalle. Das Quartett mit Jörg Wildmoser und Winfried Zrenner an den Violinen sowie Andreas Höricht an der Viola und Jost-H. Hecker am Violoncello verknüpft Kammermusik, Klassik, Avantgarde und Jazz. In den ungewohnten, mal tragenden, mal sachte swingenden Streicher-Arrangements widmeten sich die Musiker neben Davis auch Bronislaw Kaper, Kurt Weill und Herbie Hancock, Dan Grolnick und Oscar Petiford.

Durch den starken Hall in dem 38 mal 42 Meter großen Gebäude und eine dezente Beleuchtung mit wenigen roten Scheinwerfern entstand eine ungewöhnliche Atmosphäre und somit genau das, worauf es die vom Land geförderte Reihe Tonfolgen abgesehen hat.

In mehreren Städten und Kreisen werden sonst nicht öffentlich zugängliche Ort für Konzerte genutzt – unter anderm der Spiegelsaal von Schloss Merten in Eitorf und ein Hangar auf dem Hangelarer Flugplatz.

Auch die Alte Kirche in St. Mariä Heimsuchung in Windeck-Leuscheid öffnete zu „Pilgrim Fathers – mit den Pilgervätern auf der Reise in die Neue Welt“ begleitet vom amerikanischen Bassisten Joel Frederiksen. (ah) Bild: Andreas Helfer