26.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Prozess: Nunchaku beschäftigt das Gericht
26. February 2013
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Prozess: Nunchaku beschäftigt das Gericht

Siegburg / Eitorf -

Die Auseinandersetzungen zwischen den konkurrierenden Rockerbanden Hells Angels und Bandidos ziehen möglicherweise Kreise bis an die Obere Sieg. Im Kofferraum eines silberfarbenen VW Golf, der in Eitorf abgestellt war, fand die Polizei ein Nunchaku – eine auch Würgeholz genannte Waffe, die ursprünglich aus Japan stammt.

Vor dem Amtsgericht Siegburg sieht sich aufgrund dieses Fundes derzeit eine 30-jährige Frau dem Vorwurf des unerlaubten Waffenbesitzes ausgesetzt. Doch ob ihr der Wagen überhaupt gehört, wird erst der Fortgang des Prozesses klären. Jedenfalls hatte die Frau nach Erkenntnissen des Gerichtes Zugriff auf das Auto – genau wie ihr Ehemann. Der steht im Verdacht, an einer gewaltsamen Auseinandersetzung der beiden Rockerbanden in Mönchengladbach beteiligt gewesen zu sein. Sein Fall wird jedoch in Mönchengladbach verhandelt. In Siegburg geht es um seine Frau.

Rechtmäßigkeit angezweifelt

Aufgrund des Verfahrens gegen ihn suchte die Polizei in dem Auto Handys, um Kommunikationsspuren rund um den Gewaltexzess in Mönchengladbach nachvollziehen zu können. Der Verteidiger der Ehefrau bestritt jedoch, dass die Polizei überhaupt das Recht gehabt habe, in dem VW Golf zu suchen, da er nicht dem Ehemann gehöre. Der Durchsuchungsbeschluss habe sich gar nicht gegen die Frau gerichtet. Eine Nachbarin des Paars hatte gegenüber der Polizei jedoch angegeben, der Mann habe Zugriff auf das Auto.

„Meine Mandantin sitzt hier, ohne dass ein hinreichender Tatverdacht vorliegt“, sagte der Verteidiger und hielt das für einen „Skandal“. Zumal die 30-Jährige nichts von der Waffe gewusst habe. Die Beklagte selber äußerte sich zur Sache nicht. Das Verfahren wird in den kommenden Wochen fortgesetzt.