24.08.2016
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Baustelle: Bagger verliert Gleichgewicht

Mit einem Kran musste in Troisdorf ein umgekippter Bohrbagger aus der Baustelle Mülheimer Straße geborgen werden.

Mit einem Kran musste in Troisdorf ein umgekippter Bohrbagger aus der Baustelle Mülheimer Straße geborgen werden.

Foto:

Stephan Propach

Troisdorf -

Er war gekommen, um die Baugrube für den Rohbau eines großen Regenrückhaltebeckens zu sichern. Am Mittwochmorgen kurz nach acht Uhr kippte der 40 Tonnen schwere Bagger der Neustädter Firma S+H samt Bohrmaschine aber plötzlich um. Rechts vorn hatte der Boden unter dem Kettenfahrzeug nachgegeben. Das an die 20 Meter hohe Bohrgerät zog dann die komplette Maschine auf die Seite, bis sie auf der Böschung der Baugrube zu liegen kam.

Von der Mülheimer Straße aus wirkte die Szene wie in einem überdimensionalen Sandkasten, in dem ein Kind sein Spielzeug zurückgelassen hatte. „Passiert ist niemandem etwas“, hieß es am Nachmittag aus der Neustäder Zentrale von S+H. Der Baggerfahrer sei allerdings ziemlich schockiert gewesen. Er sei schließlich vorsichtig gefahren, erklärte er. „Da hätte jeder sitzen können“, lautete das Resümee von Firmenchef Josef Sahl.

Hilfe bekam das Tiefbauunternehmen schließlich aus Bornheim-Hersel. Von S+H alarmiert, machte sich Jürgen Martini erst einmal ein Bild vor Ort. Dann orderte der Einsatzleiter des Kranverleihers Baumann einen Teleskopautokran aus der Zentrale. Das schwere Gerät kann bis zu 400 Tonnen Last heben, war gerade von einem Einsatz zurückgekommen. „Zum Glück“ kommentierte Martini. „Eigentlich sind wir nämlich froh, wenn der Hof leer ist.“

Bis nach Troisdorf brauchten der Autokran und ein Tieflader mit vier Mann Besatzung und tonnenschweren Gegengewichten rund 45 Minuten. Dort wurde der Unfallbagger angekettet. Wenige Minuten vor 13.30 Uhr spannten sich dann die Ketten, und langsam richtete der Autokran den havarierten Bagger wieder auf. Das Problem: Bewegen konnte sich das schwere Gerät nicht, die Ketten drehten im weichen Sand der Baustelle durch.

Dann ergriff Josef Sahl die Initiative, setzte sich in die Kabine eines zweiten Baggers, rückte ein paar Holzbalken als Unterlage zurecht und ließ die beiden Schwergewichte mit einer Kette verbinden. Auch mit vereinten Kräften hatten die Bagger noch einiges zu leisten, ehe sicherer Grund erreicht war. Bis zum glücklichen Ende musste der Chef auch das eigene Gefährt bis zur Schieflage fordern. Um weitere Unfälle zu vermeiden, hat S+H gestern noch einen Bodengutachter eingesetzt.

Der Abwasserbetrieb der Stadt Troisdorf baut auf dem Grundstück des ehemaligen HT-Casinos – vorher gab es dort eine Produktionsstätte der Dynamit Nobel AG – ein unterirdisches Becken mit 12 500 Kubikmetern Stauvolumen. Vorgesehen ist ein Rundbau mit 55 Metern Durchmesser und einer Tiefe von bis zu 9,50 Metern.

Zusammen mit dem schon fertigen Stauraumkanal Mülheimer Straße wird das Rückhaltebecken Regenwasser aus dem IndustrieStadtpark nördlich der Mülheimer Straße sowie aus dem Bebauungsplangebiet gegenüber dem Rathaus aufnehmen. Baubeginn für das Drei-Millionen-Projekt war nach dem Abriss des Casinos Ende September. Bis Oktober 2013 soll alles fertig sein.


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