27.09.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Forum Troisdorf: Geschäftsleute fürchten leere Läden

Wo steuert das Forum hin? Einzelhändler befürchten nach dem Umzug des Drogeriemarkts Müller einen langanhaltenden Leerstand.

Wo steuert das Forum hin? Einzelhändler befürchten nach dem Umzug des Drogeriemarkts Müller einen langanhaltenden Leerstand.

Foto:

Andreas Helfer

Troisdorf -

Das Forum steuert in eine ungewisse Zukunft: Nachdem bekannt wurde, dass der Drogeriemarkt Müller vom Forum in die neue Passage am Wilhelm-Hamacher-Platz zieht, rechnen Geschäftsleute mit Leerständen an der unteren Kölner Straße. So etwa Wolfgang Häntschel, der seit 35 Jahren seine Ursula-Apotheke schräg gegenüber dem klotzartigen Bau betreibt. "Ich befürchte eine Kettenreaktion." Auch die Modeketten H & M und New Yorker könnten sich jetzt andere Standorte suchen. "Ich glaube nicht daran, dass sich ein großer Ankermieter findet."

Junges Publikum im Blick

Gut für die Innenstadt könne ein Gastronomiekonzept sein, mit internationalen Restaurants und, warum nicht, einer McDonald's-Filale im Forum, der gut zu der jungen Kundschaft in den beiden Modegeschäften passen würde. Im Keller des ehemaligen Hertie-Gebäudes ließe sich möglicherweise eine Bowling-Bahn unterbringen. Wichtig sei, dass für "Frequenz" gesorgt werde. Seine Existenz sieht Häntschel indes nicht bedroht, da er mit der Linda-Apotheke eine Filiale am oberen Stadttor hat. Investitionen in die moderne Ursula-Apotheke könnten sich aber nicht so auszahlen, wie ursprünglich geplant.

Ganz klar ist die Lösung für Elda Bauer, die ein paar Meter weiter die Damen-Mode-Boutique "Petit Shop" betreibt: Sie wünscht sich einen großen Lebensmittelladen im Forum. Dass Müller umziehe, sei "unverschämt". Wenn nichts passiere, sei an der unteren Kölner Straße schnell "alles tot".

Auch bei der Mitgliederversammlung der Werbegemeinschaft "Troisdorf Aktiv" war das Forum Thema. So sieht Kassenprüfer Dirk Beyer zwar ein "riesiges Potenzial" für die Innenstadt, wenn die Passage kommt. Es stehe aber zu befürchten, "dass davon nur die großen und nicht die kleinen Händler profitieren". Die Mitglieder der Werbegemeinschaft müssten daher nicht unbedingt mit großen, aber mit regelmäßigen Veranstaltungen auf sich aufmerksam machen - auch wenn dadurch höhere Beiträge fällig würden. "Wir sind ja kein Sparverein." Mit Handy-Apps oder auf "Facebook" müsse man dabei auch in den neuen Medien neue Wege gehen. Der Vorsitzende Bertold Dölling warnte vor der Konkurrenz für Troisdorf durch neue Projekte in den Nachbarkommunen. Zudem hatte die Gemeinschaft einen Gast aus dem Rathaus: Guido Reichwald, Leiter der Stabsstelle "Familie" und des Projekts familienfreundliche Stadt, warb dafür, die Innenstadt mit besonderen Angeboten für Kunden mit Kindern attraktiver zu machen.

Gelassen sieht der städtische Wirtschaftsförderer Jürgen Sturm die Angelegenheit. Die neue Eigentümergesellschaft des Forums habe sich gerade erst an die Arbeit gemacht, und mit Deichmann und "dm" gebe es durchaus noch Magneten außer den Modefilialisten.