30.07.2016
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Fußgängerzone: Markante Platanen sind in Gefahr

Sind die Tage der Platanen in der Troisdorfer Fußgängerzone gezählt?

Sind die Tage der Platanen in der Troisdorfer Fußgängerzone gezählt?

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Andreas Helfer

Troisdorf -

In Troisdorf wird gebaut wie seit Jahren nicht, doch egal ob Stadthallen- und Straßenbau oder Erweiterung im Gewerbegebiet: Überall müssen Bäume weichen, und das ausgerechnet in einer Zeit, in der Die Grünen mit der CDU im Rat das Sagen haben. Entsprechend hartnäckig hakte deren Fraktionschef Thomas Möws jetzt nach, als im Umwelt- und Verkehrsausschuss die Ausbaupläne für die Fußgängerzone konkretisiert wurden.

Seine Fraktion werde anstehende Baumfällungen besonders kritisch begleiten, kündigte er an, und derer soll es einige geben – zumindest nach den Vorstellungen von Thomas Fenner vom Büro für Landschaftsarchitektur FSWLA in Düsseldorf. Er machte deutlich, dass die meisten der Gewächse an der Kölner Straße keine Zukunft haben. Die markanten Platanen etwa, deren Kronen auf der Höhe des Forums von einer bis zur anderen Straßenseite reichen, seien als schlank in die Höhe wachsende Bäume kaum als Begrünung für eine Fußgängerzone geeignet. Zudem grassiere in Europa derzeit ein aggressiver Pilz, der in Frankreich schon zu massiven Fällungen von Platanen geführt habe.

Kritik der Grünen

Nicht mehr zeitgemäß seien auch zu kleine Baumscheiben: Was in den 80er-Jahren noch üblich gewesen sei, würde man so heute nicht mehr machen. Diese Bäume hätten auch das falsche Höhenniveau für die Pläne des Büros, das mit seinem Entwurf den ersten Platz eines städtischen Wettbewerbs gemacht hatte. Er sieht vor, eine einheitliche Straßenhöhe zu schaffen, in der Bürgersteige durch eine andere Farbe des Pflasters lediglich angedeutet werden. Neue Ersatzbäume hätten die Chance 20, 50 Jahre und älter zu werden. Fenner hob aber hervor, dass Anregungen, Wünsche und Forderungen aus den Fraktionen bei der Ausarbeitung des Entwurfs berücksichtigt werden sollen.

Möws betonte, dass man an der Pastor-Böhm-Straße in Sieglar ein „negatives Beispiel“ habe, wo 18 alte Platanen gefällt und durch „Streichhölzer“ ersetzt worden seien. In der Fußgängerzone müssten größere Bäume aus der Baumschule als Ersatz her. Co-Dezernent Claus Chrispeels gab zu bedenken, dass solche Pläne möglicherweise nicht durch den Etat für die Sanierung gedeckt seien. Wolfgang Aschenbrenner (Die Linke) glaubt, dass die Bürger Fällungen an der Kölner Straße „nicht akzeptieren werden“. Es müsse Alternativen zu der Entfernung der Bäume geben.