27.09.2016
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Nach tödlichen Badeunfall am Rotter See: Selbstüberschätzung als Unfallursache

Rotter See

Bereits nach wenigen Metern im Wasser merkte die Gruppe, dass der Schwarzafrikaner Henrik N. nicht die nötige Kraft hat um das gegenüber liegende Ufer zu erreichen.

Foto:

Oliver Post

Troisdorf -

Sich selbst überschätzen und das Gewässer unterschätzen, das ist nach Ansicht von Dirk Perr, DLRG-Ortsgruppenleiter in Troisdorf, Ursache der meisten Badeunfälle.

Tückisch am Rotter See sind die unterschiedlichen Wassertiefen und unterschiedliche Temperaturen der einzelnen Wasserschichten: Während das Wasser im Uferbereich noch schön warm sei und die Sicherheit eines Badesees vorgaukele, nehme die Tiefe des Gewässers auf elf bis zwölf Meter zu – und unterhalb eines halben Meters könne das Wasser eiskalt sein. Wer dort die Kraft verliere und absacke , könne Kreislaufprobleme und Krämpfe bekommen.

Bei 80 bis 90 Prozent der Badeunfälle sei Alkohol im Spiel, so auch vor drei Jahren, als gleich zwei Schwimmer im Rotter See umkamen. Dort würden gerade abends nicht nur Radler oder Bier konsumiert, sondern auch größere Mengen Wodka. Für ungeübte Schwimmer sei das besonders gefährlich. Auf keinen Fall solle man von einem Sonnenbad erhitzt kopfüber in das kühle Wasser springen.

Ein Schwimmer, der sich verschätzt hat und die Kraft verliert, solle vor allem ruhig bleiben, sich im Wasser auf den Rücken legen und entspannen.

Wer mit den Händen etwas Auftrieb schaffe und auf die Atmung achtet, könne eigentlich nicht ertrinken. (ah)