31.07.2016
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Stadthalle: Namensfindung läuft auf Hochtouren

Baustelle für die neue Stadthalle

Baustelle für die neue Stadthalle

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Andreas Helfer

Troisdorf -

Auf Hochtouren läuft die Namensfindung für die neue Stadthalle: Die Stadtverwaltung hat Bürger aufgerufen, sich für einen von fünf Vorschlägen zu entscheiden, und auch der „Rhein-Sieg-Anzeiger“ ist mit von der Partie. Spitzenreiter bei einer Online-Umfrage ist derzeit (19. April 13 Uhr) Stadthalle mit 33 Prozent , gefolgt von Trorena mit 28 Prozent, Alfred-Nobel-Halle mit 16 Prozent, Eventhaus Troisdorf mit zehn Prozent und Agger-Halle mit vier Prozent. Neun Prozent der mehr als 800 Teilnehmer können keinem der Vorschläge etwas abgewinnen.

Nicht gefragt wurde unterdessen der Kulturausschuss der Stadt, was in der jüngsten Sitzung für Unmut sorgte: Sabine Schäfer von den Grünen hakte nach, warum das Gremium nicht gefragt wurde , obwohl Kommunalpolitik für gewöhnlich bei der Benennung jeder Sackgasse und Stichstraße beteiligt werde. Werde jetzt ein Name von den Bürgern mehrheitlich gewollt, könne man das nicht mehr ablehnen. „Das wäre ein Affront.“ Yvonne Andres sprach ebenfalls von einem Affront, allerdings gegen den Rat. Kulturdezernent Stephan Kuhnert wies unterdessen darauf hin, dass es für die Stadthalle einen Sonderausschuss gebe, so dass der Kulturausschuss sich ohnehin nicht mit der Frage beschäftigt hätte.

Der städtischen Pressesprecherin Bettina Plugge zufolge kam die Idee zu dem Wettbewerb aus dem Kulturamt, auch der Sonderausschuss wurde nicht involviert. Der Kritik hält sie entgegen: „Was gibt es denn Demokratischeres, als die Bürger über den Namen direkt entscheiden zu lassen?“

Jürgen Busch (SPD) monierte, dass das Gremium auch anderer Stelle nicht beteiligt werde. So etwa in der Jury, in der darüber entschieden wird, wer Stipendiat im neuen Kunsthaus Troisdorf werden soll: Geplant ist, Künstler unter 35 Jahren einen der Atelierräume für zwei Jahre kostenlos zur Verfügung zu stellen und an Ausstellungen im Kunsthaus teilnehmen zu lassen. Busch forderte für die Auswahl der Bewerber künstlerischen Sachverstand ein. Die Sache dürfe nicht nur von der Verwaltung im Alleingang entschieden werden. Christian Siegberg (CDU) wollt das nicht stehen lassen und sprach der Verwaltung sein Vertrauen aus.

Als Ratsherr sehe er es nicht als seine Aufgabe an, die Arbeit der Verwaltung zu kontrollieren. Busch hält auch einen Arbeitskreis für eine Farce, in dem Ausschussmitglieder über die Veranstaltungen des Kulturamts informiert werden. Dazu werde lediglich ein bereits gedrucktes Programm vorgelegt, auf dass die Politiker keinen Einfluss mehr nehmen könnten.