26.07.2016
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Wilhelm-Hamacher-Platz in Troisdorf: Ärger über Loch im neuen Pflaster

Foto:

Andreas Helfer

Troisdorf -

Die „Troisdorf-Galerie“, die neue Einkaufspassage im Zentrum der Stadt, zeigt schon ihre Fassade aus hellen geschlämmten Klinkern. Und vor der Eisdiele im Süden des Konsumtempels beobachten Gäste gemütlich von ihren Tischen aus den Baufortschritt. Nördlich der Baustelle aber kann Rolf Alfter, Betreiber der Weinstube Broel, von solchen Zuständen nur träumen.

Kaum hatte der Investor HBB am vergangenen Freitag das neue Pflaster fertig, das Alfter für vier Außentische mit insgesamt 24 Plätzen braucht, ließen die Stadtwerke den Bodenbelag wieder aufreißen und mit einem Saugbagger Leitungen freilegen. Hinter eine rotweiße Absperrung stellte Alfter trotzig einen Tisch mit Sonnenschirm, um „wenigstens zu signalisieren, dass wir geöffnet haben“.

Laut heulender Saugbagger

Alfter fragt sich, warum die Arbeiten nicht zwischen Stadtwerken und HBB abgestimmt werden konnten. Seit Juni bietet er einen Mittagstisch an und hat eigens einen Koch und eine Servicekraft eingestellt. Auch zwei Geschäftsleute aus der Nachbarschaft beschweren sich, da ihre Läden nur eingeschränkt erreichbar sind. Nicht zuletzt kommt zum Heulen des Saugbaggers Lärm aus anderen Teilen der Baustelle hinzu.

Olaf Strubelt, Pressesprecher der Stadtwerke, teilt auf Anfrage des „Rhein-Sieg-Anzeiger“ mit, man habe erst Ende Juni erfahren, dass nicht nur oberhalb der Tiefgarage, sondern auch bis zu den Randbereichen des Platzes und zu den Gebäuden hin gepflastert wird. Daraufhin wurden die Wasserleitung und die Hausanschlüsse geprüft – mit dem Ergebnis, dass PVC-Leitungen aus den 1970er Jahren durch Erschütterungen undicht werden könnten und erneuert werden müssten. Die Arbeiten habe man sehr wohl abgestimmt. Das Pflaster habe HBB aus Richtung Wilhelm-Hamacher-Straße in einem Stück verlegen müssen, um einen sauberen Anschluss an angrenzende Flächen zu erreichen, „ungeachtet der noch anstehenden Tiefbauarbeiten vor der Weinstube“. Leider könne die Erneuerung der Hauptwasserleitung nicht vor der zweiten Septemberwoche abgeschlossen werden, so Strubelt, der „alle betroffenen Anlieger um Verständnis“ bittet. Alfter wundert sich über die Stellungnahme: Er habe schon lange zuvor gewusst, dass die Pflasterarbeiten über den Platz hinausgehen und auch in die Wilhelm-Hamacher-Straße führen sollen.

Schon zuvor war es zu Verzögerungen gekommen. Die Bauunternehmung Markgraf, die für HBB arbeitet, hatte den Anliegern erst in Aussicht gestellt, mit den Außenanlagen am 12. Juli fertig zu werden. Dann aber wurde der 15. August als Termin mitgeteilt. „Für mich sind 24 Plätze von existenzieller Bedeutung“, sagt Alfter. Und der Sommer sei bald vorbei.

Auf dem Platz vor der Passage ist indes schon die dreieckige Umrandung zu erkennen, in die später ein großer Baum gepflanzt wird. Außenanlagen und Tiefgarage sollen pünktlich zur Eröffnung am 7. November fertig sein.


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