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Rheinkultur: Alte Damen sehnen sich nach Sicherheit

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Rheinkultur
Bis zu 200 000 Besucher kamen in die Rheinaue. An der Qualität der Musik kann es nicht gelegen haben, meinen Kritiker. (Bild: dpa)
Kreis Euskirchen

Jede Lebensphase bringt ihre eigenen Herausforderungen mit sich. Mit sechs ist es, nicht mehr ins Bett zu pinkeln. Mit zwölf, sich auf Plateauschuhen nicht die Hacken zu brechen. Und mit 16, nach einer Trichtersauforgie nicht mitten ins Zimmer zu kotzen. Jahre später ist man froh, heil aus der Sache herausgekommen zu sein und denkt höchstens nach sechs Asbach Uralt noch wehmütig an vergangene Zeiten zurück.

Das Leben lehrte uns aber auch: Verändere dich, sonst wirst du verändert. Wer alle fünf Jahre zum Klassentreffen in die Heimatstadt zurückfährt, sieht die Wracks, für die Plateauschuhe und Eimersaufen immer noch das Höchste der Gefühle sind. Irgendwann streikt der Körper, auch wenn man ihm vorher in jahrelanger mühsamer Arbeit die Fettleber antrainiert hat.

Ähnlich ging kürzlich der alten Dame Rheinkultur. Startete das Festival 1983 noch mit rund 4.000 Besuchern, konnten in den letzten Jahren bis zu 200.000 Partygäste gezählt werden. 200.000 Menschen, die heuschreckenartig in die Rheinaue einfielen, die Erde befleckten und die Adern der Bonner Verkehrsbetriebe verstopften, bis sie kollabierten und nichts mehr vor und zurück ging. Ein Genuss war das nur für Menschen, die sich zudröhnen, bis ihnen ohnehin alles egal ist. Um gute Musik ging es meist nicht, es spielten seit jeher überwiegend B-Bands, die entweder ihre beste Zeit lange Jahre bereits hinter sich hatten wie beispielsweise „Dick Brave and The Backbeats“ oder „Blumentopf“, für immer und ewig in der Kategorie B-Bands laufen wie „Itchy Poopzkid“ , oder aber (bestenfalls) ihre Karriere noch vor sich haben.

Ehrlich gesagt: Auch bei der Rheinkultur ging es vielen Besuchern in erster Linie ums Saufen und die Stimmung, die entsteht, wenn viele andere da sind, die ebenfalls gerne Alkohol konsumieren. Die Rheinkultur wurde gerne besucht, weil sie umsonst war. Und was ist schon umsonst – heutzutage?

Dass die alte Dame langsam zu alt für diesen Kram wurde, hat sie gar nicht so richtig mitgekriegt. Sie wollte immer noch mitfeiern, ähnlich wie die Loveparade, die auch nicht merkte, dass sie ihre besten Tage lange hinter sich hat und dann kollabierte. Doch alte Frauen sehnen sich nach Sicherheit und sind nicht mehr für Experimente zu haben. So gab es bei der Rheinkultur Ärger wegen der Finanzierung, dem Verkehr und dem Schmutz. Auch die Tatsache, dass Besucher dieses Jahr eine Bühne stürmten und Boxen auf das Publikum kippten, war dann wohl ein bisschen zu viel. Es ist also ganz gut, dass sich die Rheinkultur zur Ruhe setzt, bevor Schlimmeres passiert und sie zwangsweise eingeliefert wird.

So ist das Leben nun mal, die Alten sterben und machen Platz für die Jungen. Und es wird auch immer Plätze geben, an denen man gemeinsam mit anderen saufen und laute, eher schlechte Musik hören kann.

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