27.07.2016
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Schulen: Lehrerstreik erreicht das Rheinland

Die angestellten Lehrer streiken für mehr Lohn.

Die angestellten Lehrer streiken für mehr Lohn.

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dpa

Düsseldorf -

Die Streikwelle der angestellten Lehrer erreicht an diesem Mittwoch das Rheinland. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ruft die nicht verbeamteten Pädagogen im Regierungsbezirk Köln zu einem eintägigen Unterrichtsboykott auf. Ebenso im Münsterland. Dass Eltern deswegen scharenweise ihre Kinder wieder mit nach Hause nehmen oder eine Betreuung organisieren müssen, sei aber nicht zu erwarten, heißt es in Gewerkschaftskreisen. „Die Schulen organisieren, wie Betreuung zu gestalten ist.“ Allerdings baut die GEW auch darauf, dass keine Schulleitung Lehrer im Beamtenstatus zu Streikbrecher-Arbeit auffordern wird. Mit ganz massivem Unterrichtsausfall ist auch deshalb nicht zu rechnen, weil landesweit nur 8000 der 42 000 angestellten Lehrer Mitglied der GEW sind. Es ist nicht davon auszugehen, dass nicht-organisierte Lehrer sich an dem Streik beteiligen.

Am Dienstag waren rund 1400 Lehrer in den Regierungsbezirken Arnsberg und Detmold dem Streikaufruf gefolgt. „Ein gelungener Auftakt“, bilanziert die GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer. Auch in anderen Bundesländern traten Lehrer in den Ausstand.

Die Beteiligung in Ostwestfalen sei größer gewesen als erwartet, heißt es bei der GEW. Am Donnerstag ist zum Abschluss der Aktionen in dieser Woche der Regierungsbezirk Düsseldorf an der Reihe.

Die Lehrer wollen nicht nur der Forderung der Gewerkschaften des Öffentlichen Dienstes Nachdruck verleihen, die Einkommen der Beschäftigten der Länder um 6,5 Prozent zu erhöhen. Ihnen geht es vor allem darum, dass für angestellte Lehrer endlich per Tarifvertrag festgelegt wird, wie sie in die Besoldungstabellen eingruppiert werden. Bislang regelt das jedes Bundesland nach eigenem Ermessen. Und spart damit Geld. Angestellte Lehrer werden in der Regel schlechter bezahlt als ihre verbeamteten Kollegen.

Bundesweit arbeiten rund 200 000 Lehrer als Angestellte. In keinem anderen Bundesland sind es mehr in NRW: Rund 42 000 der180 000 Pädagogen zwischen Rhein und Weser. Ein Hauptgrund: In NRW war in der Vergangenheit die Altersgrenze für eine Verbeamtung relativ niedrig. 28 000 der angestellten Lehrer haben einen unbefristeten Vertrag.

In der kommenden Woche soll am Donnerstag gestreikt werden. GEW, Verdi und die Gewerkschaft der Polizei planen zusammen mit dem Beamtenbund außerdem eine Kundgebung in Düsseldorf. Einen Tag später findet die entscheidende dritte Verhandlungsrunde in Potsdam statt. Einigen sich Arbeitgeber und Gewerkschaften nicht, stehen unbefristete Arbeitsniederlegungen an.


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