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Zwielichtige Machenschaften: Arbeiter sollen die Heimreise antreten

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Skandal
Die Dolmetscherin Christina Aldea übersetzt für die rumänischen Arbeitskräfte. (Bild: Helfer)
Lohmar

„Alles Bla-Bla“, sagt der kräftige Mann in Turnhose und

T-Shirt mit einigen der wenigen deutschen Worte, die er beherrscht. Dann schimpft er auf Rumänisch. „Es wird nur geredet, anstatt uns endlich das Geld auszuzahlen“, übersetzt die Dolmetscherin Cristina Aldea aus Köln, die ihren Landsleuten helfen möchte. Verzweiflung und Wut beherrschten auch gestern Mittag noch die Stimmung der 18 rumänischen Bauarbeiter, die bis dahin auf der Baustelle der „Lohmarer Höfe“ festsaßen. Ähnlich war die Situation in Bergisch Gladbach im Containerdorf am S-Bahnhof (wir berichteten).

Heute aber sollen die Männer die Heimreise antreten und vor ihrer Abfahrt die ausstehenden Löhne erhalten. „Es ist alles geregelt“, sagt Dirk Krüger von der Firma Oevermann in Münster. Das Unternehmen ist Generalunternehmer auf der Großbaustelle an der Hauptstraße. „Damit springen wir für den rumänischen Subunternehmer in die Bresche. Uns entstehen gewaltige Verluste.“ Angestellt war der Trupp Rohbauer nämlich bei einem Unternehmen in der Heimat, das Krügers Angaben zufolge unerreichbar ist. Ob diese Firma insolvent sein könnte, das wisse er nicht. Während des Gesprächs aber gerät seine Stimme immer mehr ins Zittern.

Unterdessen ist auch das Kölner Hauptzollamt aktiv geworden und hat die Baustelle noch am Mittwochabend einer Überprüfung unterzogen. Doch weder zum Anlass noch zum Gegenstand dieses Besuches will die Zoll-Sprecherin Alexandra Tromsdorf auf Nachfrage des „Rhein-Sieg-Anzeiger“ Angaben machen, „um die bisherigen Ergebnisse nicht zu gefährden“. Dem Vernehmen nach hat aber die Zollabteilung „Finanzkontrolle Schwarzarbeit“ die Baustelle in Lohmar aufgesucht.

Sowohl die für die „Lohmarer Höfe“ verantwortlichen Projektleiter, die „3C Real Estate AG“ in Köln, und der ihnen unterstellte Generalunternehmer Oevermann betonen im Gespräch mit dem „Rhein-Sieg-Anzeiger“ mehrfach, dass spätestens jetzt alles in Ordnung sei und jeder der Arbeiter eine gültige Arbeitserlaubnis vorweisen könne. Ursprünglich sollten die Rumänen bis zum 30. Juni in Lohmar arbeiten. Dann aber blieben die Löhne aus.

Der Dolmetscherin Aldea zufolge soll ein Mitarbeiter jener rumänischen Firma jedoch die Männer unter Druck gesetzt und sogar bedroht haben: „Lediglich 100 Euro sollten sie bekommen und einen Bus für die Fahrt nach Hause.“ Sonst werde er die Zollbehörde alarmieren, die sie in Handschellen abführen werde.

Unterkunft bezahlen

Zudem sollen die Arbeiter laut Aldea für die Zeit nach Ablauf ihres Einsatzes, also nach dem 30. Juni, aufkommen und etwa die Unterkunft in Lohmar bezahlen. Das bestätigt Oevermann-Geschäftsführer Krüger indirekt: „Wenn man irgendwo zu Gast ist, dann bezahlt man doch dafür“, sagt er und nennt die Summe von „etwa sechs Euro pro Tag“. Von Querelen in den letzten Tagen will Krüger indes nichts wissen: „Es ist bisher alles friedlich abgelaufen.“

Nach den ausstehenden Löhnen gefragt, sichert Krüger zu, dass die Männer nach den für sie geltenden Tarifverträgen bezahlt würden, „also mit bis zu 12,50 Euro pro Stunde“. Unterdessen hat die Gruppe mit dem Bergisch Gladbacher Anwalt Heinz Weyer einen Rechtsbeistand engagiert. Wie es auf der Baustelle der „Lohmarer Höfe“ weitergehen soll, ist ungewiss. Es heißt, am Montag kämen neue Arbeiter. Für weitere Fragen stand Helge Stößel von der „3C Real Estate AG“ gestern allerdings nicht zur Verfügung.

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