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Restaurant-Kritik: Präzise Landküche in der Stadt

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Das „Riphahn“ in der Kölner Innenstadt. Foto: Grönert
Zum letzten Mal ist Helmut Gote für das Magazin des Kölner Stadt-Anzeiger als Restaurant-Kritiker unterwegs — und zwar im „Riphahn“ in direkter Nähe zu St. Aposteln. Nächste Woche feiern wir an dieser Stelle Abschied und bedanken uns.  Von
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Innenstadt

Nach fast 25 Jahren, in denen sie zuerst mit dem bei damaligen Stammgästen schon fast legendären "Anders" und anschließend mit dem sehr beliebten "Zeit der Kirschen" in Ehrenfeld außergewöhnliche gastronomische Akzente setzten, sind Thomas Tump und Uwe Hammes nun in der Innenstadt angekommen. Mit einem Konzept für ihr neues Café-Restaurant, das auch hier an der Hahnenstraße in direkter Nähe zu St. Aposteln für Furore sorgen dürfte. Das nach dem für diesen Stadtbereich maßgeblichen Architekten benannte "Riphahn" im denkmalgeschützten Gebäude erinnert dabei auf zwei hellen Etagen mit seiner stilistischen Puristik durchaus ein wenig an das "Anders": schlichte Designer-Möbel wie die Stuhl-Klassiker aus hellem Holz und die filigran wirkenden viereckigen Tische, zusätzlich das insgesamt original 50er-Jahre-Ambiente mit Stäbchen-Parkett und Goldmessing an den Handrelings der Treppe zum ersten Stock, der Eingangstür und den Rahmen der großen Fenster. Das ist so zeitlos wie einladend gemütlich, und wenn erst einmal die gelb-weiß gestreiften Markisen eingetroffen sind, dann wird das Lokal auch von außen weithin auf sich aufmerksam machen.

Die sehr motivierte, aufmerksame Service-Crew und die Köche sind jedenfalls schon richtig hier angekommen. Sie sorgen für eine unaufgeregte, schnörkellos und präzise zubereitete Landküche nach französischer Art, wie es sie in der Innenstadt bisher so nicht gibt, und das zu sehr angemessenen Preisen. Auf den Tellern findet sich genau das wieder, was auf der Karte steht: ein wachsweich pochiertes Ei auf in sehr feine Streifen geschnittenem Endiviensalat mit dünnen, knusprig gerösteten Brotscheiben (11 Euro). Eine dicke Scheibe nicht hausgemachter, aber gut eingekaufter Wildterrine im Speckmantel mit einem lauwarmen Salat vom Rotkohl mit süß-nussigen Akzenten von karamellisierten Walnüssen (10 Euro).

Zarter Kalbstafelspitz

Der zarte Kalbstafelspitz in dünnen Scheiben ist innen perfekt rosa, die gescheibelten Schwarzwurzeln dazu sind schön al dente und harmonieren prächtig mit den Estragon-Gnocchi (20 Euro). Die wie mit dem Lineal von der natürlichen Geleenaht durchzogene Tranche von der Rinderschulter in ihrer großartigen Schmorsauce zu Spitzkohl und gebratenen Serviettenknödeln (19,50 Euro) ist schlichtweg ein Meilenstein hervorragender gutbürgerlicher Küche. Für den kleinen Hunger zwischendurch eignen sich die tadellose Lauchquiche (4,20 Euro), der gemischte Salat mit Tintenfischringen (13,50 Euro) oder der ungewöhnliche Eintopf vom Lamm mit geräucherten Würstchen, Wachtelbohnen und Nudeln als Einlage (6,50 Euro).

Kenner der Materie dürfen sich über die sehr feine Lammzunge auf schwarzen Linsen freuen, die nur ganz dezent mit Essig abgeschmeckt sind (9,50 Euro) und generell darüber, dass Innereien immer wieder mal auf der Speisekarte auftauchen werden. Bleibt noch zu erwähnen, dass unter allen empfehlenswerten Kuchensorten die hausgemachte Tarte au citron (3,50 Euro) sowie der vom Konditor gelieferte Käsekuchen (3 Euro) besonders reizvoll sind und dass der aromatische Kaffee von der Ehrenfelder Bio-Rösterei van Dyck (2,30 Euro) stammt.Und der sensationelle, im Holzfass gelagerte Weizenbrand ist ebenfalls eine echte kölsche Spezialität, wenn auch bisher kaum bekannt. Er kommt von Sünner.

Das Restaurant

Riphahn Café & Restaurant, Apostelnkloster 2, 50672 Köln-Innenstadt.

Tel. 02 21/99 87 45 77

Öffnungszeiten: Täglich von 11.30 bis 24 Uhr

http://www.riphahn.com/

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