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Fertiggerichte: Fleisch-Skandal erreicht den Kreis

Auch im Kreisgebiet wurde Pferdefleisch in Fertiggerichten entdeckt. Foto: dpa
Der Skandal um mit Pferdefleisch versetzte Lebensmittel hat das Kreisgebiet erreicht. Das Verbraucherschutz-Ministerium hat eine Internetseite eingerichtet, auf der Produkte, die Pferdefleisch beinhalten, aufgelistet werden.  Von 
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Rhein-Berg. 

Der Skandal um mit Pferdefleisch versetzte Lebensmittel hat das Kreisgebiet erreicht. Die Kreisverwaltung musste ein bestimmtes Fertiggericht einer Lebensmittelkette aus dem Verkehr ziehen, nachdem bei Proben Pferdefleisch gefunden worden war, obwohl auf der Packung von Rindfleisch die Rede war. Um welches Produkt und um welche Einzelhandelskette es sich handelt, wollte die Verwaltung aus Datenschutzgründen nicht mitteilen. Dies sei Sache der Landesregierung.

Das Verbraucherschutz-Ministerium hat in der Tat eine Internetseite eingerichtet, auf der konkrete Namen sowohl der Produkte als auch der so genannten Inverkehrbringer genannt werden. Es handelt sich in der Regel um Lasagne-Gerichte, andere Nudelgerichte mit Bolognese-Beilage und um angebliches Rindsgulasch. Diese Namen können aber nur dann veröffentlicht werden, wenn die betroffenen Unternehmen selbst öffentlich informieren beziehungsweise einer Veröffentlichung zustimmen. Minister Johannes Remmel: „Derzeit haben die Behörden aufgrund einer Gesetzeslücke nicht die Möglichkeit, die Verbraucher konkret über Kennzeichnungsverstöße zu informieren. Diese Gesetzeslücke wird von NRW scharf kritisiert.“

Nach Angaben von Kreis-Pressesprecher Alexander Schiele ist die Lebensmittelüberwachung des Kreises derzeit mit allen verfügbaren Kräften unterwegs, um Proben zu nehmen. Sowohl der Einzelhandel als auch die Gastronomie lägen dabei im Fokus der Mitarbeiter: „Sie wissen natürlich, in welchen Gerichten Pferdefleisch enthalten sein könnte. Die werden besonders scharf kontrolliert.“ Die Proben werden dann in ein Labor geschickt. Ergebnisse liegen nach wenigen Tagen vor. Das Gericht, das in Rhein-Berg mit Pferdefleisch entdeckt wurde, sei umgehend aus dem Handel gezogen worden. Im vergangenen Jahr hat die Lebensmittelüberwachung des Kreises 2930 Kontrollbesuche unternommen. Diese könne man aber aufgrund der Personalkapazitäten jetzt nicht endlos ausweiten.

Alle Behörden weisen darauf hin, dass eine unmittelbare Gesundheitsgefahr durch den Verzehr von Pferdefleisch nicht zu befürchten ist. Allerdings ist es möglich, dass die Tiere zu Lebzeiten mit Arzneimitteln behandelt worden waren, die beim Menschen Nebenwirkungen auslösen. Strafrechtliche Konsequenzen für die Unternehmen, die Pferdefleisch verarbeitet haben, ergeben sich aber allemal, falls eine Täuschung vorliegt: Wenn ein Produkt Pferdefleisch enthält, muss dies auf der Verpackung angegeben werden. Alles andere ist Betrug.

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Malte Ewert
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