Der Jahresrückblick 2012:
Januar
Manchmal wundert man sich beim Aufräumen, was man alles wiederfindet. Das gilt nicht nur für private Haushalte, sondern auch für Rathäuser – wie im Januar die Gemeinde Kürten erfuhr. Denn dort tauchte jäh ein brisantes Dokument auf: der Durchführungsplan Nr. 12 der Stadt Bensberg für den Ortsteil Spitze aus dem Jahr 1963. Und er galt tatsächlich noch. Leider hatte die Gemeinde inzwischen ganz anders geplant. Die Lösung: Der Plan wird formell für ungültig erklärt. Ordnung muss schließlich sein.
Februar
Dass man am Steuer nicht telefonieren darf, sollte sich herumgesprochen haben. Wenn man es doch tut und erwischt wird, wird’s teuer. Doch was tut man, wenn man erwischt wird, aber beteuert, der Vorwurf stimme nicht? Man legt Widerspruch ein. Das tat Dieter Paga im Februar. Da die Polizei bei ihrem Vorwurf blieb, landete der Fall später vor Gericht. Das stellte bei einem Ortstermin fest: Die Polizei habe aus diesem Abstand kein Telefon erkennen können. Paga wurde freigesprochen.
März
In eine neue Runde ging im März der Streit um die Rüttelstreifen, die Motorräder auf den Odenthaler Serpentinen, der L 310, vom Rasen abhalten sollen. Dies täten sie jedoch nicht, versichern Anwohner und Motorradfahrer unisono. Bis heute ist jeder Versuch gescheitert, die ungeliebten Streifen zu entfernen. Zuletzt betonte die Unfallkommission im November, die Streifen hätten die Zahl der Unfälle deutlich reduziert. Und setzten sich damit gegen Anwohner, Kradfahrer und Politiker durch. Vorerst.
April
Manchmal kann eine große Oberweite auch Nachteile haben. Nämlich dann, wenn eine Frau während einer Massage auf dem Bauch liegen muss. Das hatte Helga Lichtenthäler während einer Kur bei einer älteren Dame erlebt. Und weil die 72-Jährige gern tüftelt, sann sie auf Abhilfe: Die Bergisch Gladbacherin entwickelte eine Massage-Auflage für Frauen mit großem Busen, der in eine weiche Mulde gebettet wird. Das zeigt zweierlei: Für jedes Problem gibt es eine Lösung – und um die zu finden, ist man nie zu alt.
Mai
Manchmal wäre es hilfreich, wenn Katzen reden könnten. Dann wüsste die Familie Linden aus Odenthal-Neschen, was ihr Kater Clyde ein Jahr lang getrieben hat. So lange war das Tier verschwunden. Und dann war er im Mai plötzlich wieder da – so zottelig, dass ihn weder Zwei- noch Vierbeiner auf Anhieb erkannten. Eins steht fest: Wenn Clyde reden könnte, hätte er viel zu erzählen. Zum Beispiel, ob er sich wirklich ob des nervenden Nachwuchses seiner Schwester aus dem Staub gemacht hatte.
Juni
Hoch oben in den Wipfeln lässt sich nicht nur hervorragend klettern, sondern auch nächtigen. Das finden jedenfalls die Betreiber des Hochseilgartens K1 in Odenthal-Eikamp und planen ein Baumhotel. Das erntete erst einmal Verblüffung: Ein Hotel? Im Baum? Geht das? Doch, das geht. Schließlich kann Klettern ganz schön müde machen.Angesichts der ambitionierten Pläne ließ sich der überwiegende Teil der Odenthaler Politik nicht lange bitten und genehmigte die sechs geplanten Baumhäuser.
Juli
Dass man einen Durchhänger hat, kommt schon mal vor. Bei einem ganzen Ort ist das schon seltener. Doch tatsächlich hatte Freudenthal, zwischen Herkenrath und Immekeppel gelegen, dieses Problem: Die Telefonkabel hingen dort so tief, dass sie von vorbeifahrenden Lkw immer wieder abgerissen wurden. Anlieger Heinrich Kirch band die Kabel schon in Selbsthilfe an einen Baum. Immerhin: Vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ auf das Problem angesprochen, sagte die Telekom Abhilfe zu.
August
Ein Herz für Rinder hatte ein Landwirt aus Overath-Falkemich: Weil Matthias Müller die Milchwirtschaft aufgeben wollte, waren die Tiere plötzlich arbeitslos. Doch geschlachtet werden sollten sie nicht, dafür hatte Müller die Tiere, die alle Namen haben, einfach zu gern. Der Verein „Kuhrettung“ war geboren und suchte Paten, die den Unterhalt der Kühe finanzieren. Zur Belohnung haben sie Besuchsrecht. Kurze Zeit später konnte die Vorsitzende Anke Heublein den Erfolg vermelden: Alle Kühe gerettet.
September
Ach ja, das neue Pflaster der Fußgängerzone in Bergisch Gladbach – das wird verlegt. Ohne Zank? Nun ja. Im September entbrannte ein Streit darum, welche Farbtöne an welcher Stelle der Hauptstraße vorgesehen waren, ob die Steine des Herstellers Metten die richtigen Farbtöne hatten und ab wann man von einem Mangel sprechen kann. Nun, das Pflaster wird weiterverlegt. Und die Farbtöne kannte schon Loriot: Bleigrau, Aschgrau, Mausgrau, Zementgrau, Staubgrau und ein ganz frisches Steingrau.
Oktober
Auf einmal saß der kleine Igel im Garten von Redakteurin Jutta-Eileen Radix. Weil er zu winzig war, um aus eigener Kraft zu überwintern, nahm sie ihn mit ins Warme. Später übernahm Kollegin Elke Landschoof den Päppeldienst, weil sie damit Erfahrung hat. Weil so etwas nie passiert, ohne dass wir daraus einen Artikel machen, riefen wir die Leser zur Namenswahl auf. Ergebnis: Chuck-Lilli – wegen des unklaren Geschlechts. Die Vorschläge kamen von Janine Garvens und Jana Balkenohl.
November
Wenn die Aktion nicht so dramatisch gewesen wäre, könnte man etwas flapsig formulieren, dass Wallach Bubi ganz schön versackt war. So lustig war es dann aber doch nicht: Ein Hund hatte das Pferd so erschreckt, dass es erst seinen Reiter Christian Langner abwarf und dann einen Satz machte – mitten in ein Morastloch. Drei Stunden brauchte die Odenthaler Feuerwehr, um das verängstigte Tier zu befreien. Doch sobald Bubi Boden unter den Hufen hatte, ging es ihm wieder gut.
Dezember
Na gut, das mit dem Weltuntergangstermin aus dem Maya-Kalender mag Mumpitz gewesen sein. Was aber im Dezember vorerst wirklich endete, war die Möglichkeit, an einem Schnapszahldatum zu heiraten – schließlich ist die Zahl der Monate verbindlich auf Zwölf festgelegt. Sieben Paare gaben sich an diesem Wintermittwoch in Bergisch Gladbach das Jawort, darunter Barbara und Michael Dörpinghaus mit ihren Kindern Luis (8) und Marie-Su (2). Na dann: viel Glück!




