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Offene Daten: Informationen zugänglich machen

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Intuitives Interface von Offenes Köln basierend auf Offenen Daten. 
Es ist einer der wichtigsten Begriffe in vergangener Zeit, doch was genau bedeutet Open Data eigentlich? Und warum sind offene Daten wichtig für die Gesellschaft? Die Bestandsaufnahme im neuen Rheinklick-Post gibt Antworten.  Von 
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Was ist Open Data?

Open Data (Offene Daten) ist die freie Nutzbarkeit von öffentlichen Daten. Frei nutzbare Daten sind solche, die nicht dem Copyright, Patenten oder weiteren propietären Rechten unterliegen. Open Data ist ein Teilaspekt einer größeren "Open-Bewegung" zu der auch Themen wie Open Source, Open Government, uvm. gehören.

Der Gedanke hinter Open Data ist, dass Datenbestände die im Interesse der Allgemeinheit liegen, ohne jede Einschränkung durch die Gesellschaft genutzt, weiterverbreitet und weiterverwendet werden können. Datenbeständen die dazu gehören sind z.B.: Geodaten (Informationen zur Ortsangabe von Haltestellen), Statistiken (Information über die Anzahl der Einwohner in Wahlbezirken), Verkehrsinformationen (Staumeldungen), Haushaltsdaten usw.

Diese öffentlichen Daten sollen in einem offenen Format bereitgestellt werden, damit die Weiterverarbeitung dieser Daten ohne großen Aufwand erfolgen kann. CSV-Basierte Datenstrukturen sind dazu geeignet. Idealerweise sprechen wir von ungefilterten "Raw Daten".

Charakter von Offenen Daten

Wie schon eingangs erwähnt, sind die Charakteristika von Offenen Daten vor allem: die Verfügbarkeit und der freie Zugang, Wiederverwendung, Weitergabe und die universelle Beteiligung. 

Bürger sollten den Zugang zu offenen Daten idealerweise als Download erhalten. Diese Daten sollten in einem freien und editierbaren Format vorliegen. Das ist wichtig, damit Interessierte die Daten nutzen und weiterverarbeiten können. Es darf keine Einschränkung einzelner Personen(-gruppen) bei der Verbreitung, Verarbeitung, Weiterverteilung dieser Daten geben. Daraus ergibt sich gleichzeitig die Forderung nach Rahmenbedingungen unter denen die Daten zur Verfügung gestellt werden sollen. Sie dürfen nicht Lizensiert oder in der kommerziellen Nutzung eingeschränkt sein. Speziell bei Informationen von dritten sollte darauf geachtet werden, dass diese unter einer freien Lizenz vorliegen in der die offenen Daten selbst weitergegeben werden (z.B.: unter der Creative Commons Lizenz.)

Warum sind offene Daten wichtig

Offene Daten sind aus verschiedenen Gründen von Interesse. Der wichtigste Grund ist die Vereinfachung des Zugangs zu Informationen. Dadurch wird eine höhere Transparenz gegenüber der Gesellschaft geschaffen. Weiterhin bietet der Zugang zu offenen Daten die in einer maschinenlesbaren Datenstruktur veröffentlicht wurden für Entwickler die Möglichkeit basierend auf diesen Daten Applikationen zu entwickeln. Das Resultat ist wiederrum der einfacherere Zugang zu diesen Daten durch das Erzeugen anderer Repräsentationsformen. Dudurch können die Daten der Gesellschaft in einer sehr einfachen Art und Weise aufbereitet zur informativen Nutzung freigegeben werden. Gerade im mobilen Zeitalter können dadurch nützliche Vorteile für alle Beteiligten entstehen. 

Einige Beispiele

Offenes Köln - eine Applikation von Marian Steinbach (http://offeneskoeln.de/) - nutzt die Daten des Ratsinformationssystems (RIS) der Stadt Köln um diese gesammelt, aufbereitet und in einer sehr nutzerfreundlichen Art und Weise darzustellen.  Ziel von Offenes Köln ist es, Informationen, Dokumente und Daten aus der Kölner Lokalpolitik für jedermann offen zugänglich zu machen. Durch diese Plattform werden Zugriffshürden abgebaut und dadurch die Transparenz für die Bürger der Stadt Köln erhöht. Der Nutzer bekommt über eine graphische Oberfläche in Form einer Karte alle aktuellen Ereignisse des RIS abgebildet. Eine Suche nach z.B. "Maastrichterstr." ergibt als Resultat ein Dokument des RIS "Sachstand zur Sanierung/ Umgestaltung von Maastrichter Straße und Ehrenstraße Gemeinsame Anfrage aller Fraktionen". Schnell ist die Art, das Datum, die Anlagen zu diesem Dokument zu erkennen. Weiterhin bietet offenes Köln die Möglichkeit diese Einträge zu kommentieren und bietet damit die Möglichkeit eine offene Diskussion zu aktuellen Ereignissen der Stadt Köln zu führen.

Intuitives Interface von Offenes Köln basierend auf Offenen Daten. 

Ein weiteres Beispiel ist das Projekt "Apps & the City" oder "Stadt Land <Code>" initieiert von der Open Knowledge Foundation Deutschland (http://okfn.de/). Bei Apps & the City geht es um die Bereitstellung von Transportdaten als offene Daten. In Zusammenarbeit mit den Verkehrsbetrieben entstehen so Anwendungen die für die Gesellschaft von hoher Bedeutung sein können - sei es eine einfache aber interaktive Echtzeit-Fahrplanapplikation. Oder eine App zu Umgebungsinformationen von Haltestellen (nächster Bäcker, nächster Kiosk, Zustand des Fahrscheinautomaten, usw.). Resultate solcher Initiativen sind Anwendungen wie Zugmonitor (http://zugmonitor.sueddeutsche.de) - eine Karte die in Echtzeit Verspätungen vom Fernverkehr visualisiert. Bei Stadt Land <Code> geht es um die Entwicklung von nützlichen Anwendungen die auf Daten aus dem öffentlichen Bereich basieren - wie bei Offenes Köln.

Projekte der Open Knowledge Foundation Deutschland. 

Unterstützung durch Wirtschaft und Politik

Um Applikationen zu erstellen die auf offenen Daten basieren, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Politik wünschenswert. Die erste Herausforderung besteht darin, offene Daten bereitzustellen. Dabei ist Köln mitlerweile schon sehr weit. Durch die Initiative der Stadt "Offene Daten: Köln" (http://www.offenedaten-koeln.de/) bietet die Stadt, bzw. die Abteilung für eGoverment und Online Dienste eine Plattform auf der mittlerweile regelmässig offene Datensätze zur Verfügung gestellt werden. Dazu gibt es einen Blog der über aktuelle Ereignisse zum Thema Open Data in Köln berichtet. Die Daten werden unter der Creative Common Lizenz 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/)bereitgestellt und dürfen somit privat als auch komerziell weiterverwendet und uneingeschränkt weiterverbreitet werden. Auf der Seite finden sich in verschiedenen Datei-Formaten (CSV, JSON, .zip) diverse Daten wieder, wie z.B.: Haushaltsdaten, GeoInformationsSystem-Daten, Offene Daten zu Stadtteilen, Parkhausbelegungen und Stadtbezirken. Auf Basis dieser Daten können nun Open-Data Aktivisten und Entwickler ihre Ideen und Apps entwickeln. Durch die Unterstützung der Stadt wurde auch der Internationale Open Data Hackday (http://opendataday.org/) in Köln (http://opendataday.koeln.de/) möglich in dem diverse Apps entstanden sind. Projekte wie Schienenliebe (http://api.schienenliebe.de/)oder Wegmarker (http://wegmarker.de/) sind Resultate solcher Hackdays die von der Stadt unterstützt werden indem Daten geliefert werden. Die Wirtschaft unterstützt die Community dabei diese Ideen zu realisieren indem z.B. Räume oder finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Dabei stehen meinstens nicht finanzielle Erlöse im Vordergrund - es ist mehr das Interesse an dem Thema selbst und um den Zugang zur Community zu erlangen.

Offizielle Open Data Webseite der Stadt Köln: [OFFENE DATEN:KöLN]. 

Die Kölner Open Data Initiative - "Köln API"

In vielen Städten haben sich mittlerweile Communities zu diesem Thema gebildet. Aktivisten die darum kämpfen an offene Daten zu kommen, diese zu verarbeiten und daraus sinvolle Anwendungen zu erstellen um sie der Gesellschaft bereitzustellen. Wir in Köln haben uns zu einer Open Data Initiative unter dem Namen "Köln API" formiert. Dabei handelt es sich um ein Meetup für Interessierte an dem Thema offene Daten - speziell im Kölner Raum. Es gibt schon seit längerem die Mailingliste der Open Data Guppe NRW (http://lists.okfn.org/mailman/listinfo/od-nrw), jedoch sahen wir die Notwendigkeit speziell für Köln einen Rahmen zu schaffen in dem sich regelmässig Aktivisten aus der Gesellschaft und Politik zusammensetzen und aktuelle Ereeignisse zu diesem Thema diskutieren oder einfach nur Applikationen programmieren. In unserem Wiki (http://wiki.koelnapi.de/w/Hauptseite) sind die Themen die uns Interessieren gelistet, können aber auch gerne weiter fortgesetzt werden. Weiterhin gibt es eine Übersicht über vergangene und zukünftige Treffen (das nächste findet am 23.06.2013 im Coworking Space Bottmühle (An der Bottmühle 5, 50678 Köln) statt. Themenvorschläge für diese Treffen und eine Anmelde Liste sind auch im Wiki vorhanden - sich eintragen und kommen darf jeder (http://wiki.koelnapi.de/w/2013-07-23). 

Köln API setzt sich aber noch weitere Aufgaben: die Unterstützung der Bürger in der Zusammenarbeit und Vernetzung mit der Stadt Köln und die Unterstützung bei und Organisation selbst von Hackdays, Hackathons in Köln für Kölner Aktivisten. Ein weiterer Hackathon konkret zum Thema Open Data ist schon in Planung: der Bundeshack (http://bundeshack.org). Der Bundeshack ist ein Hackathon der am Wahlwochenende (20.09.-22.09.) stattfinden soll und speziell den Kontext "Wahlen" aufgreift und Designer, Entwickler (und alle die noch daran in irgendeiner Form partizipieren möchten) dazu auffordert Applikationen, Ideen rund um das Thema "Wahlen" zu entwickeln. Die Stadt Köln bietet uns dafür eine sehr gute Grundlage. Ende Mai veröffentlicht die Stadt Musterdatensätze zur Bundestagswahl (http://www.offenedaten-koeln.de/2013/05/btw2013/). Diese Daten beinhalten auf Wahlkreisebene und Stimmbezirksebene Meta-Informationen, Shape-Dateien, Wahlkreise und Stimmbezirke. Auf Basis dieser Daten können wir uns für den Bundeshack vorbereiten und entsprechende Grundlagen entwickeln die wir dann beim Hackathon selber aufbereiten, sodass bis zur Zählung benutzbare Apps für die Bürger entstehen. Denkbar wären eine Anzeige der Wahlergebnisse in quasi Echtzeit o.ä.

Jan Brennenstuhl (Open Knowledge Foundation Deutschland) auf der Interactive Cologne. Foto: CC by sa Droid Boy

Ausblick

Klar ist eins - offene Daten sind wichtig. Sie informieren die Gesellschaft durch das Schaffen von Transparenz und den einfachen Zugang zu Daten, die uns alle betreffen. Sie ermöglichen kreative Ideen zu erzeugen und diese auch zu verwirklichen. Gerade im mobilen Zeitalter gibt sie der Gesellshaft die Möglichkeit Länder, Städte, Nachbarschaft aber auch viele andere Dinge auf dieser Welt zu explorieren wie es bis dato nicht möglich war und in Köln sind wir schon ganz weit vorne mit dabei für das Thema einerseits zu sensibilisieren und andererseits damit Spaß zu haben und kreative Ideen umzusetzen. Durch die enge Zusammenarbeit mit der eGoverment Abteilung der Stadt Köln wurde für die Kölner ein sehr wichtiger Grundstein gelegt, auf dem gemeinsam durch die Zusammenarbeit mit Köln API und allen anderen Open Data Aktivisten aufgebaut werden muss.

Weiterführende Links zum Thema

 http://www.offenedaten-koeln.de/

 http://opendatahandbook.org/

 http://offeneskoeln.de

 http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Data

 http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Government

 http://bundeshack.org

 http://wiki.koelnapi.de

http://opendataday.koeln.de/

http://okfn.de/

http://zugmonitor.sueddeutsche.de

http://api.schienenliebe.de/

http://wegmarker.de/

http://lists.okfn.org/mailman/listinfo/od-nrw

http://opendataday.org/

http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/

AUTOR
Jan Kus
Rheinklick-Blogger
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