Rodenkirchen
Bayenth, Godorf, Hahnw., Immend., Marienb., Meschen., Raderb., Radert., Rodenk., Sürth, Rond., Weiß, Zollst.

Vorlesen
0 Kommentare

Baugebiet: Wohnungen statt Autohäuser

Erstellt
Der Boden der Baugrube am Raderthalgürtel ist mittlerweile mit Gras bewachsen. Der Plan, auf dem 40 Meter breiten Streifen weitere Autohäuser anzusiedeln, stieß auf zu wenig Interesse. Foto: Süsser
Der größte Teil der rund 450 Wohnungen am Raderthalgürtel ist fertig. Auf einem weiteren Abschnitt soll bald das nächste neue Wohnquartier entstehen. Wer schon eingezogen ist, wird noch länger mit Lärm und Dreck zu kämpfen haben.  Von
Drucken per Mail
Zollstock

Auf dem ehemaligen Gelände der Lackfabriken DuPont und Fritz Hecker wird seit dem Frühjahr 2010 gebaut. Zwei große neue Stadtquartiere entstehen: die „Vorgebirgsgärten“ und der „Marienhof“. Rund zehn Hektar groß ist das gesamte Areal zwischen dem Raderthalgürtel und dem Vorgebirgspark. Die Kreuznacher Straße und Leichweg/Landskronstraße begrenzen die Fläche im Osten und Westen.

Der Bebauungsplan ist seit 2008 rechtskräftig, die Arbeiten sind weit fortgeschritten. Zum größten Teil sind die rund 450 Wohneinheiten fertig. Sie sind verkauft oder vermietet und bewohnt. Spätestens im Frühjahr 2014 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein. „Darauf freue ich mich schon“, sagt Bastian Borchert.

Der Hausmeister wird sich noch gedulden müssen, denn eine neue Bauphase steht bevor. Borchert betreut 350 Wohnungen im Quartier „Vorgebirgsgärten“. Er klagt über die lästige „Stauberei“. In den Bereichen, wo noch gearbeitet wird, seien die Baustraßen nämlich so trocken, dass die Fahrzeuge regelrechte Sandwolken aufwirbeln und Fußgänger und Anwohner einnebeln würden. Viel zu schnell würden die Laster und Autos durchs Quartier brettern, kritisiert er. Die Luftfilter in den angrenzenden Wohnungen müsse er alle zwei Wochen wechseln.

Gewerbefläche nicht nachgefragt

Unmittelbar entlang des Raderthalgürtels zwischen Leichweg im Westen und der angrenzenden Bebauung im Osten sollen nun weitere Wohnungen errichtet werden, mindestens 30 Prozent davon als öffentlich geförderter Wohnraum. Höchstens zwölf Meter dürfen die Gebäude hoch sein. Außerdem soll ein Lebensmittelvollversorger hier angesiedelt werden. Ursprünglich war auf dem 40 Meter breiten Grundstücksstreifen eine „Automeile“ vorgesehen als Ergänzung zu den bereits vorhandenen Autohäusern am Raderberg- und Raderthalgürtel. Eine tiefe Baugrube war bereits vor drei Jahren ausgehoben worden. Deshalb wirkt der 40 Meter breite Streifen wie ein Burggraben, in dem inzwischen Gras gewachsen ist.

Es sei nicht möglich gewesen, die geplante Automeile umzusetzen, heißt es in einer Vorlage der Verwaltung. Deshalb habe die Verwaltung eine Umwandlung von Gewerbe- in Wohnflächen vorgeschlagen. Die gewerblichen Bauflächen seien nicht entsprechend nachgefragt worden. Auf der anderen Seite würden Wohnbauflächen dringend gebraucht.

Discounter unerwünscht

Edmund Makrutzki vom Amt für Stadtplanung stellte das neue Konzept in der Bezirksvertretung vor. Die Stadtteilpolitiker begrüßten den Beschlussvorschlag und votierten einstimmig dafür, stellten aber zwei Bedingungen. Zum einen soll die Verkaufsfläche des Einzelhandels bis zu einer Größe von 1200 Quadratmetern zulässig sein. Die Stadt ging von 800 Quadratmetern aus. Und der künftige Betreiber des Einzelhandels soll nachweisen, dass negative Auswirkungen auf die Infrastruktur, auf den Verkehr und umliegende Einkaufszentren nicht zu befürchten sind.

Der Nachweis sei machbar, meinte Edmund Makrutzki. Ein städtebaulicher Wettbewerb oder eine Mehrfachbeauftragung soll ausgeschrieben werden. Der Ausschuss für Stadtentwicklung muss noch abschließend abstimmen. „Es ist super, dass 30 Prozent öffentlich geförderter Wohnungsbau entsteht“, sagte Rafael Struwe, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung. Bezahlbarer Wohnraum sei bekanntlich Mangelware.

Sozialer Aspekt

Alexander Balint von den Grünen zeigte sich ebenso vor allem über den sozialen Aspekt der Wohnbebauung erfreut. Monika Roß-Belkner, die CDU-Fraktionschefin, wies darauf hin, dass besonders die nahe Brühler Straße unterversorgt sei mit Lebensmittelläden. Insofern sei ein großer Einzelhändler im Neubaugebiet sinnvoll.

Das allerdings sieht Hausmeister Bastian Borchert kritisch. Rundherum seien bereits Discounter und Lebensmittel-Geschäfte vorhanden. Ein Vollsortimenter im Wohngebiet bedeute immer Lärmbelästigung durch das Liefern der Güter mit dem Lkw und beim Verladen. Da sei Ärger programmiert, glaubt er.

Auch interessant
KVB Fahrplan
Start
Ziel
Datum
Zeit
 
Videos
FACEBOOK
Blog
Digitale Themen
Das Logo von Rheinklick

Mini-Coding-Schulungen, Analysen oder Veranstaltungen, hier geht es um Themen rund um die digitale (Kölner) Szene.

Weitere Serien
Nachwuchs-Autoren

Szene, Lifestyle, Trends, coole Events: Schüler, Studenten und Auszubildende schreiben für junge Leute.

Kleinanzeigen
ipad
Tablet-Ausgabe

Jetzt noch lokaler und umfangreicher: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ für das Tablet lädt zur Erlebnisreise durch die Themen des Tages ein. Jetzt 20 Tage lang gratis testen!