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Ferienaktion: Kinderstadt Pänzhausen in Finanznot

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Blumen für Pänzhausen: Rund 1000 Kinder kamen 2012 in den Sommerferien in die Kinderstadt im Nippeser Tälchen. Foto: Michael Bause
Die hochgelobte Ferienaktion Pänzhausen schlägt Alarm. Ohne neue Sponsoren droht dem Vorzeigeprojekt das Aus. Im vergangenen Jahr konnten noch mehr als tausend Teilnehmer begrüßt werden.  Von
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Rodenkirchen / Nippes

Die Kinderstadt „Pänzhausen“ ist in Gefahr. Zwei Monate vor der geplanten Neuauflage der hoch gelobten Ferienaktion schlagen die Organisatoren Alarm. Es fehlt an finanzieller Unterstützung. Die Hoffnung, mehrere neue Sponsoren zu finden, hat sich bislang nicht erfüllt. Eine Bank hat zwischenzeitlich einen Teil der Kosten für das Sicherheitspersonal übernommen. Doch dadurch sind die Sorgen noch nicht viel kleiner geworden.

Ohne Hilfe lasse sich die Grundidee nicht umsetzen, dass alle Kinder unabhängig vom Geldbeutel ihrer Eltern mitmachen können, so der Trägerverein „Kinder Veedel op Jöck“. Bislang zahlte jedes Kind zwei Euro pro Tag an Teilnahmegebühr. Das deckt nur einen Bruchteil der Kosten für die Kinderstadt. Vor drei Jahren hatten sich ein paar junge Erwachsene zusammengeschlossen, um die ungewöhnliche Ferienaktion zu stemmen. 2012 ging’s los: In Pänzhausen konnten Kinder nicht nur spielen und Spaß haben, sie lernten auch, wie eine Stadt funktioniert. Politische Bildung verbindet sich mit dem Kennenlernen verschiedener Berufsfelder.

Die Kinder regieren ihre Stadt mit Rathaus, Krankenhaus und eigenem Fernsehsender selbst. 350 Kinder kamen täglich, insgesamt machten 1000 Kinder mit. Die Organisatoren der Aktion stellten das Projekt ohne große Unterstützung der Stadt auf die Beine. Im Gegenteil: Dass Stadt und städtische Töchter üppige Gebühren für das bürgerschaftliche Engagement kassieren wollten, hatte bei den Betroffenen für Wirbel und Protest gesorgt. Zumindest die Rheinenergie ist danach als Sponsor eingestiegen. Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes hatte im vergangenen Jahr weitere Hilfe zugesagt. Nun muss sie eingestehen, bei der Suche nach neuen Geldquellen erfolglos gewesen zu sein. Städtische Zuschüsse könne es wegen der Haushaltslage ohnehin nicht geben.

„Im Jahr 2012 waren wir in der glücklichen Lage, viele Unterstützer für unser noch unbekanntes Projekt gewinnen zu können“, schreiben die Macher von Pänzhausen in einem Brief an ihre Helfer. Fast alle seien auch in diesem Jahr wieder dabei. Allerdings spüre man, dass überall gekürzt werde. Ein „Pänzhausen light“ mit weniger Berufen, Angeboten und Betreuern wolle man nicht anbieten. „Sollte sich die finanzielle Situation nicht spürbar verbessern, wären wir gezwungen, die Kinderstadt in diesem Jahr absagen zu müssen.“

Nun hoffen die Macher, dass sich kurzfristig noch Unterstützer melden, ohne die es am 15. August nicht losgehen kann. Nach dem Start in Nippes im vergangenen Jahr soll es dann im Friedenspark in der Südstadt weitergehen.
www.paenzhausen.de

Das Konzept von Pänzhausen

Die Idee für die Kinderstadt ist nicht neu: Eine ähnliche Aktion gab es bereits in Dessau, wo Stephan Baltroweit einige Zeit gearbeitet hat. Er brachte das Konzept nach Köln. Ende 2010 gründete er mit seinen beiden Geschwistern den Verein "Kinder Veedel op Jöck", gemeinsam machte sich das Trio auf Sponsorensuche. Mit Erfolg: Die Kinderstadt Pänzhausen eröffnet am Freitag, 10. August, im Nippeser Tälchen (Niehler Kirchweg) um 10 Uhr. Bis zum 17. August können 500 Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren täglich von 10 bis 17 Uhr in 50 verschiedene Berufe schlüpfen.

Die Teilnahme am Projekt kostet pro Tag und Kind zwei Euro, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. (nil)

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