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Filmreife Szene: Mann und Rentnerin stellen Dieb

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(Symbilbild) Foto: dpa
Aus seinem Auto heraus hat ein Mann in Marienburg den Überfall auf eine Seniorin beobachtet. Er lud die Dame kurzerhand in sein Auto, verfolgte mit ihr den flüchtigen Taschendieb - und stellte ihn mit einem filmreifen Fahrmanöver.  Von
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Köln

Die Frau am Straßenrand war Zinar T. sofort ins Auge gefallen: „Die alte Dame sah verzweifelt aus“, erinnert sich der Installateur. Und das aus gutem Grund, Else Schmitz (Name geändert) war Sekunden zuvor die Handtasche geraubt worden. Geistesgegenwärtig fuhr T. rechts ran und lud das Opfer in sein Auto. Gegen 17.45 Uhr am Mittwoch setzte er seinen Firmen-Transit quer vor einen Bus der Linie 106 in Marienburg und sprang heraus. Denn in dem Bus saß der Räuber – und zwar in der Falle. Die Fahrerin öffnete die Tür erst, als die die Polizei eintraf. Kurz darauf klickten die Handschellen. Der Tatverdächtige ist erst 18 Jahre alt.

Else Schmitz war fast Zuhause, als sie spürte, dass jemand an ihrer Handtasche riss. Die 76-Jährige ging zu Boden, zog sich Prellungen zu. Der Täter flüchtete zu Fuß und wähnte sich offenbar in Sicherheit. Doch die Seniorin verfolgte ihn: „Ich war so wütend, dass ich alle Kräfte mobilisiert habe“, sagte Schmitz. Auf der Pferdmengesstraße versuchte sie, Autofahrer anzuhalten, um Hilfe zu bekommen.

Zinar T. kam gerade von der Arbeit, als er Else Schmitz am Straßenrand entdeckte. „Mir war sofort klar, dass was passiert sein muss“, sagte der gebürtige Bochumer. Kurz vorher hatte er einen jungen Mann in Richtung Bus rennen sehen, in der Hand einen geöffneten Rucksack. „Außerdem hat er sich ständig umgeschaut“, erinnert sich T. Dabei habe der Flüchtige „ganz normal ausgesehen, wie ein Junge aus gutem Hause.“ Doch der Eindruck täuschte offenbar: Im Bus fanden die Beamten die geraubte Tasche. Zeugen hatten gesehen, wie der Verdächtige die Tasche unter einem Sitz im Bus verschwinden lassen wollte.

Else Schmitz hat den Überfall gut verkraftet. „Ich gehöre der Kriegsgeneration an“, erläutert sie. „Wenn man den Einmarsch der Russen übersteht, kann einen eine solche Lapalie nicht mehr erschüttern.“ Gleich nach der Tat wollte sie sich bei Zinar T. erkenntlich zeigen, doch der lehnte ab. Seine Hilfe hält er für selbstverständlich,. Else Schmitz will aber ihrem Helfer am Wochenende eine Kiste Wein zukommen lassen.

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